# Demenzprävention: Schlaf und Vitamine ohne klare Empfehlung Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-06T11:46:38+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-06T11:46:38+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/demenzpraevention-schlaf-und-vitamine-ohne-klare-empfehlung-775046/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- WHO sieht keine ausreichenden Belege für Schlaf- oder Vitamin-Empfehlungen zur Demenzvorbeugung. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Leitlinie zur Vorbeugung von Demenz und geistigem Abbau aktualisiert. Dabei betont sie zwar die Bedeutung von ausreichendem und erholsamem Schlaf für die Gesundheit des Gehirns, wie t-online.de berichtet. Allerdings gibt es laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) keine ausreichenden Belege dafür, dass eine bestimmte Schlafdauer oder die Behandlung von Schlafstörungen das Demenzrisiko tatsächlich senken. Die WHO spricht daher keine konkreten Empfehlungen zu Schlaf oder Nahrungsergänzungsmitteln aus. Auch zu langem oder zu kurzem Schlaf sowie häufigen Unterbrechungen gibt es zwar Hinweise auf ein erhöhtes Risiko, doch eine klare Präventionsstrategie fehlt noch. ## WHO warnt vor nutzlosen Vitaminpräparaten Ebenso verhält es sich mit Vitaminen: Die WHO rät davon ab, Vitamin B, Vitamin E, Omega-3-Fettsäuren oder Multivitamine zur Demenzprävention einzunehmen, solange kein Mangel vorliegt, wie t-online.de weiter ausführt. Eine ausgewogene Ernährung mit frischem Gemüse und Ballaststoffen wird dagegen als sinnvoll eingestuft, da sich hier die Belege für positive Effekte auf die Gehirngesundheit mehren. Nahrungsergänzungsmittel können laut DGN sogar schädlich sein und ersetzen keine gesunde Ernährung. ### Schlaganfälle und HIV erhöhen Demenzrisiko Weitere Risikofaktoren für Demenz sind laut WHO wiederholte Schlaganfälle, Kopfverletzungen oder HIV-Infektionen. DGN-Experte Özgür Onur erklärt, dass Schlaganfälle immunologische Veränderungen auslösen können, die zu verschiedenen Erkrankungen führen. Dennoch sieht die WHO hier noch Forschungsbedarf für gezielte Präventionsmaßnahmen. Onur betont jedoch, dass Betroffene ihr erhöhtes Risiko kennen und Vorbeugung ernst nehmen sollten. ### Hormontherapie schützt nicht vor Demenz Auch hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren werden untersucht, da Frauen häufiger von Demenz betroffen sind. Bisher gibt es jedoch keine Belege für eine vorbeugende Wirkung einer Hormontherapie, wie Onur zusammenfasst. Die WHO empfiehlt daher keine Hormontherapie zur gezielten Senkung des Demenzrisikos für Frauen ab 65 Jahren. Für jüngere Frauen reichen die wissenschaftlichen Erkenntnisse weder für eine Empfehlung noch für ein Abraten. ### Depressionen und Sehschwäche als Demenzrisiko Depressionen und unbehandelte Sehbeeinträchtigungen werden ebenfalls als mögliche Risikofaktoren genannt. Allerdings gibt es laut WHO keine ausreichenden Studien, die belegen, dass deren Behandlung Demenz verhindert. Dennoch betont die Organisation die Bedeutung einer frühen Erkennung und konsequenten Therapie solcher Erkrankungen für die allgemeine Gesundheit. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück