# Debatte um Reform des Ehegattensplittings spaltet Politik Datum: 02.04.2026 21:19 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/debatte-um-reform-des-ehegattensplittings-spaltet-politik-699095/ --- Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat mit seinem Vorstoß für eine Reform des Ehegattensplittings eine kontroverse Debatte in Koalition und Opposition ausgelöst. Während Teile der SPD, Grünen und Linken die Richtung grundsätzlich begrüßen, bemängeln führende Sozialpolitikerinnen, die Vorschläge gingen nicht weit genug und griffen zentrale Probleme erwerbstätiger Frauen zu kurz. ## SPD-Politikerinnen sehen Reformbedarf, aber auch Lücken Wiebke Esdar, SPD-Fraktionsvize, kritisierte im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe) die bestehenden steuerlichen Regelungen scharf. „Seit Jahrzehnten drückt das Ehegattensplitting unzählige Frauen in die Teilzeitfalle“, sagte Esdar dem „Tagesspiegel“. Das Modell stamme aus einer Zeit klarer Rollenbilder, wonach der Mann das Geld verdiene und die Frau die unbezahlte Care-Arbeit übernehme. „Gut, dass Lars Klingbeil endlich den Mut hat, dieses veraltete System anzupacken“, sagte Esdar dem „Tagesspiegel“. Gleichzeitig machte Esdar deutlich, dass sie die aktuellen Überlegungen für nicht ausreichend hält. „Mit einer Steuerreform allein holen wir keine Frau aus der Teilzeitfalle“, sagte Esdar dem „Tagesspiegel“. Solange Eltern jeden Morgen um Kita-Plätze kämpfen und Betreuungslücken stopfen müssten, werde sich wenig ändern. „Als berufstätige Mutter weiß ich genau, wie anstrengend dieses tägliche Jonglieren ist.“ Wer mehr Erwerbsarbeit erwarte, müsse nach ihren Worten eine Infrastruktur schaffen, die das auch möglich mache. Dazu zählte sie gegenüber dem „Tagesspiegel“ verlässliche Kitas, eine gute Ganztagsbetreuung und flexible Zeiten. ### Grüne und Linke fordern weitergehende Schritte Bei Grünen und Linken gilt eine Reform des Ehegattensplittings bereits seit längerem als notwendig. Dennoch bewerten Vertreterinnen der Opposition die Pläne von Bundesfinanzminister Klingbeil kritisch. Auch ihnen gehen die Vorstöße nicht weit genug. Doris Achwelwilm, steuerpolitische Sprecherin der Linksfraktion, betonte gegenüber dem „Tagesspiegel“ den Zusammenhang von Steuerrecht und sozialer Infrastruktur. „Wer aus der `Teilzeitfalle` raus will, braucht meistens auch Entlastung von Sorgeverantwortung, also dass ausreichend in Kitas und Pflege investiert wird“, sagte Achwelwilm der Zeitung. Aussagen in diese Richtung würden Union und SPD jedoch keine liefern, kritisierte sie. Man wolle die Vorschläge von Klingbeil dennoch vor allem in Bezug auf Verteilungs- und Geschlechtergerechtigkeit prüfen, sagte Achwelwilm dem „Tagesspiegel“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück