# DBV: Getreideernte 2026 fällt um sieben Prozent Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-18T11:42:04+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-18T11:42:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/dbv-getreideernte-2026-faellt-um-sieben-prozent-744719/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der Deutsche Bauernverband rechnet für 2026 mit einer unterdurchschnittlichen Getreideernte von 41,9 Millionen Tonnen. Das sind sieben Prozent weniger als im Vorjahr. Ursache sind Wetterextreme wie Trockenheit und Hitze, die viele Bestände schädigten. ## Winterweizen und Raps besonders betroffen Der Ertrag über alle Getreidearten liegt mit 68,9 Dezitonnen pro Hektar um neun Prozent unter dem Vorjahr. Beim Winterweizen, der wichtigsten Kultur mit rund 2,9 Millionen Hektar, sank die Erntemenge auf 20,9 Millionen Tonnen (minus sieben Prozent), der Hektarertrag sogar um neun Prozent auf 72,1 Dezitonnen. Die Qualitäten zeigen ein uneinheitliches Bild. Am stärksten traf es den Winterraps: Der Ertrag brach um 20 Prozent auf 29,1 Dezitonnen pro Hektar ein, die Gesamternte lag bei nur 3,3 Millionen Tonnen. Neben Hitze und Trockenheit belasteten hoher Schädlingsdruck und fehlende wirksame Mittel gegen Erdfloh und Kohlschotenmücke die Bestände. "Ein zu trockenes Frühjahr und dann Hitze und anhaltende Trockenheit haben viele Bestände erheblich geschädigt. Der Standort hat in diesem Jahr über den Ertrag entschieden wie selten zuvor", sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied. ### Wintergerste stabil, Kartoffeln und Rüben schwächer Wintergerste hält mit 9,5 Millionen Tonnen das Vorjahresniveau, da die um vier Prozent auf 75,6 Dezitonnen pro Hektar gesunkenen Erträge durch eine größere Anbaufläche ausgeglichen wurden. Die Kultur war vor der Hitze bereits ausgereift und konnte früh geerntet werden. Bei Kartoffeln zeichnet sich ein mittleres bis unterdurchschnittliches Ergebnis ab, selbst auf beregneten Flächen sind kaum durchschnittliche Erträge zu erwarten. Bei Zuckerrüben sieht es regional deutlich schlechter aus. Zudem breitet sich die Schilf-Glasflügelzikade bundesweit weiter aus. Das schwache Ernteergebnis trifft eine wirtschaftlich prekäre Zeit: Niedrige Erträge und Erzeugerpreise bei gleichzeitig hohen Kosten für Betriebsmittel wie Diesel, Pflanzenschutz und Düngemittel belasten die Liquidität vieler Betriebe. Nicht wenige benötigen Verbandsangaben zufolge Sonder- oder Zwischenfinanzierungen, um den Fortbestand zu sichern. Rukwied forderte die Bundesregierung auf, ein "Sofortpaket" zur Erhaltung der Liquidität auf den Weg zu bringen. Darin soll das Düngemittelhilfspaket auf 180 Millionen Euro aufgestockt und über die Berufsgenossenschaft "unbürokratisch und zügig" ausgezahlt werden. Zudem sollen 80 Prozent der Direktzahlungen bereits im Oktober und die restlichen 20 Prozent garantiert im Dezember fließen. Eine "sofortige Reduktion der Steuer auf Diesel" soll ebenfalls Teil des "Sofortpakets" sein. "Unsere Betriebe brauchen aktuell Saatgut und Diesel, später Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Ohne die notwendige Liquidität sind sie nicht in der Lage, die nächste Ernte zu finanzieren". --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück