# DAX steigt – Infineon mit kräftigem Plus Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-27T18:12:05+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-27T18:12:09+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/dax-steigt-infineon-mit-kraeftigem-plus-771435/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der deutsche Leitindex DAX schloss am Dienstag mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 25.591 Punkten. Während Infineon-Aktien um über fünf Prozent zulegten, verzeichneten Mercedes-Benz-Papiere die stärksten Verluste. Marktanalysten sehen die Anleger zunehmend zwischen Energiepreisen und Zinspolitik gefangen. ## Kursentwicklung und Marktstimmung Am 27. Oktober 2026 beendete der DAX den Handel mit einem moderaten Anstieg von 0,7 Prozent auf 25.591 Punkte. Die Aktien von Infineon führten die Gewinnerliste mit einem kräftigen Sprung von über fünf Prozent an, gefolgt von Siemens Energy und Hochtief. Dagegen standen die Anteilsscheine von Mercedes-Benz mit einem Minus von über drei Prozent am Ende der Kursliste, dicht gefolgt von Beiersdorf und BMW. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, erklärte dazu: “Es scheint so, als würden sich die Anleger in Frankfurt zunehmend mit den anhaltend hohen Energiepreisen arrangieren und gleichzeitig die Grenzen der geldpolitischen Möglichkeiten erkennen. Weitere Zinserhöhungen könnten zwar die Nachfrage dämpfen, würden aber nichts an den eigentlichen Ursachen des Preisdrucks ändern”. Höhere Leitzinsen könnten zwar die Nachfrage dämpfen, doch weder den Krieg im Nahen Osten beenden noch das Energieangebot vergrößern, wie Lipkow betonte. “Im Gegenteil: Eine zusätzliche geldpolitische Straffung würde die ohnehin fragile Konjunktur weiter belasten”. ### Konsumflaute und US-Konjunkturdaten Die jüngsten Quartalszahlen großer Konsumgüterkonzerne lieferten wenig Grund zur Zuversicht. "Die Ergebnisse von Nestlé, Reckitt und Beiersdorf zeigen, dass die Verbraucher ihr Kaufverhalten zunehmend an die gestiegenen Lebenshaltungskosten anpassen. Vor allem die Markenhersteller bekommen die wachsende Preissensibilität ihrer Kunden zu spüren. Dabei beschränkt sich die Konsumzurückhaltung längst nicht mehr auf das klassische Massengeschäft. Auch im Luxussegment haben die jüngsten Ergebnisse von Hermès und Louis Vuitton gezeigt, dass selbst zahlungskräftige Kunden vorsichtiger werden. Für die Unternehmen wird es damit schwieriger, steigende Kosten weiterzugeben, ohne gleichzeitig Absatz und Marktanteile zu gefährden”. Selbst im Luxussegment zeigten die Ergebnisse von Hermès und Louis Vuitton, dass auch zahlungskräftige Kunden zurückhaltender agieren. Die US-Wirtschaft sendete widersprüchliche Signale: Während die ADP-Arbeitsmarktdaten und die Auftragseingänge der Industrie enttäuschend ausfielen, blieben die Einzelhandelsumsätze robust. Der Case-Shiller-Hauspreisindex für August deutete auf eine leichte Erholung am Immobilienmarkt hin. "Sowohl die schwächer als erwartet ausgefallenen ADP-Arbeitsmarktdaten als auch die enttäuschenden Auftragseingänge der Industrie deuten auf eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik hin. Gleichzeitig zeigen sich die Einzelhandelsumsätze weiterhin robust, während der Case-Shiller-Hauspreisindex für August eine leichte Erholung am Immobilienmarkt signalisiert. Die US-Wirtschaft sendet damit widersprüchliche Signale, die den Notenbankern ihre Entscheidungen nicht leichter machen". ### Ausblick auf entscheidende Ereignisse Am Mittwoch stehen wichtige Entscheidungen an: Notenbanksitzungen sowie die Veröffentlichung der Quartalszahlen von Alphabet, Amazon und Microsoft. Lipkow erwartet zunächst eine Phase geringerer Volatilität, warnt jedoch vor voreiligen Schlüssen. "Bis dahin dürfte die Volatilität zunächst weiter zurückgehen und der Handel in engen Kursbahnen verlaufen. Diese Ruhe sollte allerdings nicht mit Entspannung verwechselt werden. Wenn Geldpolitik, Konjunkturdaten und die Geschäftszahlen der größten Technologiekonzerne nahezu gleichzeitig aufeinandertreffen, können Anleger schnell auf dem falschen Fuß erwischt werden". Parallel dazu notierte der Euro am Dienstagnachmittag bei 1,1142 US-Dollar, während der Goldpreis um 1,2 Prozent auf 4.060 US-Dollar pro Feinunze stieg. Der Ölpreis der Nordsee-Sorte Brent sank dagegen um 1,6 Prozent auf 114,00 US-Dollar pro Fass. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück