# Dax rutscht zum Wochenstart ab – Nahostkrise verunsichert Anleger Datum: 20.04.2026 17:59 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/dax-rutscht-zum-wochenstart-ab-nahostkrise-verunsichert-anleger-704933/ --- Der Dax hat zum Wochenstart deutliche Verluste verzeichnet. Belastet wurde der deutsche Leitindex vor allem von der unsicheren Lage im Nahen Osten und stark steigenden Energiepreisen. Auch an den Rohstoff- und Devisenmärkten kam es zu spürbaren Bewegungen. ## Dax schließt im Minus – Energiepreise im Fokus Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Dax am Montag mit 24.417 Punkten berechnet, ein Minus von 1,2 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Die Verluste fielen nach Einschätzung von Marktbeobachtern jedoch moderat aus. „Vor dem Hintergrund der weiter unsicheren Lage in Nahost und der steigenden Energiepreise hielten sich die Verluste im Dax heute in Grenzen“, sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, laut CMC Markets. „Nach jeder Menge Hoffnung noch am Freitagnachmittag ist über das Wochenende die Verunsicherung an die Börse zurückgekehrt. Je länger sich die Ölpreise auf dem hohen Niveau halten, desto größer werden die Auswirkungen auf die Teuerungsrate und das Konsumverhalten. Dabei kommt es nicht darauf an, ob ein Barrel Öl über oder unter 100 US-Dollar kostet, als vielmehr auf den Trend und die Verweildauer des Preises auf dem erhöhten Niveau“, so Lipkow weiter. ### Unsichere Lage im Nahen Osten dämpft Anlegerstimmung Lipkow verwies zudem auf politische Entwicklungen: „Die USA haben über das Wochenende ein Schiff gekapert, das einen iranischen Hafen verlassen hatte, woraufhin der Iran weitere Verhandlungen mit den USA zunächst einmal auf Eis gelegt hat. Mit jedem weiteren Abbruch der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien schwindet die Motivation für neue Ansätze und mit ihr auch die Motivation der Anleger für Aktienkäufe. Die Waffenruhe ist de facto nur auf dem Papier vorhanden und die vielen kleinen Brandherde in der Region und dem Iran lassen sich kaum vollständig kontrollieren und löschen“, erklärte der Marktanalyst laut CMC Markets. Die Situation bleibe aus seiner Sicht unübersichtlich: Die Lage sei „verworren und kaum berechenbar“. Die langfristigen wirtschaftlichen Folgen des Krieges seien jedoch schon jetzt spürbar. Allein die zerstörte Infrastruktur benötige Jahre, um wiederhergestellt werden zu können, so Lipkow laut CMC Markets. ### Folgen für Inflation, Lebensmittelpreise und Einzeltitel „Die steigenden Energiekosten dürften sich in den kommenden Monaten insbesondere bei den Lebensmittelpreisen bemerkbar machen. Durch Zweit- und Drittrundeneffekte kann dies über höhere Löhne und Gehälter zu einer steigenden Inflation führen. Da benötigen Investoren heute schon eine gehörige Portion Optimismus, um den Kauf von Aktien europäischer Unternehmen rechtfertigen zu können“, sagte Lipkow laut CMC Markets. Mit Blick auf den weiteren Verlauf an den Märkten rechnet er mit erheblichen Schwankungen: „Die kommenden Wochen dürften volatil bleiben und viele Überraschungen parat halten. In Kombination mit der laufenden Berichtssaison kann schnell eine explosive Mischung für die Finanzmärkte entstehen. Im Dax gehörte heute die Commerzbank zu den wenigen Gewinnern, nachdem sich das Übernahmethema durch die Unicredit erneut aufgetan hat. Das italienische Bankhaus hat nachgelegt und weitere Details zur geplanten Übernahme der Commerzbank bekannt gegeben“, so Lipkow laut CMC Markets. Auch an den Währungs- und Rohstoffmärkten kam es zu deutlichen Bewegungen. Die europäische Gemeinschaftswährung war am Montagnachmittag stärker: Ein Euro kostete 1,1789 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8482 Euro zu haben. Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.803 US-Dollar gezahlt, ein Minus von 0,6 Prozent; das entspricht einem Preis von 130,99 Euro pro Gramm. Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 95,25 US-Dollar, das waren 5,4 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück