Der Dax hat am Donnerstag deutlich nachgegeben. Zum Xetra-Handelsschluss stand der Leitindex bei 22.613 Punkten und damit 1,5 Prozent unter dem Vortagesschluss. Belastet wurde die Stimmung vor allem durch die anhaltende Unsicherheit im Nahen Osten und deutlich gestiegene Energiepreise.
Dax im Minus, Nervosität bleibt hoch
Nach einem schwachen Start verharrte der Dax den gesamten Handelstag über im Minus. Zum Xetra-Schluss wurde der Index mit 22.613 Punkten berechnet, was einem Minus von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss entspricht.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets, verwies auf die geopolitische Lage als wesentlichen Belastungsfaktor. „Mit dem am Wochenende ablaufenden Ultimatum der USA für den Iran bleibt die Nervosität unter den Anlegern hoch und der Konflikt im Nahen Osten das alles überlagernde Thema an der Börse“, kommentierte Lipkow laut CMC Markets. Weiter sagte er: „Der Preis für die Ölsorte Brent ist derzeit das EKG für den Dax.“
Sorge vor Stagflation und Rezession
Mit jedem Handelstag, an dem der Ölpreis über 100 US-Dollar notiere, verschlechtere sich die Stimmung am Aktienmarkt, so Lipkow. „Die Gefahr einer Stagflation nimmt stetig zu und kann insbesondere in Europa zu einer Rezession führen. Die hohe Energieabhängigkeit bringt die europäischen Staaten in eine unangenehme Sandwich-Situation, in der sowohl die Inflation als auch eine drohende Wachstumsabschwächung auf die Unternehmensbilanzen drücken. Das Szenario wird durch die widersprüchlichen Nachrichten aus dem Nahen Osten verstärkt und von den Investoren mehr und mehr in die Kurse eingepreist“, erklärte der Analyst laut CMC Markets.
Neben dem Iran-Krieg sei derzeit kein Platz für andere Impulse, die das Sentiment nachhaltig aufhellen könnten, führte Lipkow weiter aus. „Alle makroökonomischen Datenveröffentlichungen werden in den Hintergrund gedrängt. Die Entwicklungen im Nahen Osten bleiben vorerst dominierend“, so der Chef-Marktanalyst CMC Markets.
Gewinner, Verlierer und Entwicklung an den Energiemärkten
Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von BASF, Brenntag und FMC an der Spitze der Kursliste. Am Tabellenende rangierten die Aktien von Zalando und Siemens Energy.
Parallel zur Schwäche am Aktienmarkt zog der Gaspreis an. Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im April kostete 56 Euro und damit fünf Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund zehn bis 13 Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben.
Auch der Ölpreis stieg deutlich. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 108,40 US-Dollar, das waren 6,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Donnerstagnachmittag schwächer. Ein Euro kostete 1,1535 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8669 Euro zu haben.
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