# Dax rutscht deutlich ab – Halbleiter-Sektor unter Druck Datum: 23.07.2026 18:04 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/dax-rutscht-deutlich-ab-halbleiter-sektor-unter-druck-735248/ --- Der Dax hat am Donnerstag deutlich nachgegeben. Zum Xetra-Handelsschluss lag der Leitindex bei 24.763 Punkten und damit 1,6 Prozent unter dem Vortagesschluss. Belastet wurde der Markt vor allem von schwachen Vorgaben aus dem Halbleitersektor sowie von anhaltenden Sorgen über den Konflikt im Nahen Osten und steigende Energiepreise. ## Dax weitet Verluste im Tagesverlauf aus Nach einem schwachen Start baute der Dax am Nachmittag seine Verluste aus. Zum Xetra-Schluss wurde der Index mit 24.763 Punkten berechnet, was einem Minus von 1,6 Prozent im Vergleich zum Vortag entspricht. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, verwies auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank. „Die Europäische Zentralbank hat die Leitzinsen wie erwartet in der Eurozone unverändert gelassen, was der Dax deshalb auch nur schulterzuckend zur Kenntnis genommen hat“, kommentierte er gegenüber CMC Markets. ### Druck aus dem Halbleitersektor und schwache Impulse aus den USA Lipkow machte vor allem den europäischen Halbleiterbereich für den Kursrückgang verantwortlich. „Dagegen verfehlte der europäische Halbleiterkonzern STMicro die Markterwartungen. Das brachte den gesamten Halbleiterbereich unter Verkaufsdruck“, so Lipkow laut CMC Markets. Auch Unternehmenszahlen aus den USA wirkten sich laut dem Analysten auf den hiesigen Markt aus. „In den USA haben zudem die Unternehmen Comcast und Honeywell ihre Quartalszahlen vorgelegt. Teilweise färbten diese auf die europäischen Unternehmen ab“, erklärte Lipkow bei CMC Markets. „Insgesamt aber bleibt die Stimmung an der Börse durch den weiter eskalierenden Konflikt im Nahen Osten eingetrübt. Die hohen Rohölpreise bereiten speziell den rohstoff- und energieabhängigen deutschen Unternehmen Kopfzerbrechen“, führte er weiter aus. Die Zahlen von Traton, Deutsche Börse, Nestlé, Roche und Givaudan wurden nach Einschätzung von Lipkow von den drohenden Zweitrundeneffekten durch höhere Energiepreise überschattet. „Im Sog der STMicro-Zahlen fielen die Aktien von Infineon ans Dax-Ende und die Papiere von Daimler Truck verbuchten ein deutliches Plus. Der Autobauer profitierte von den positiven Aussagen des Konkurrenten Traton“, sagte er laut CMC Markets. Bis kurz vor Handelsschluss rangierten die Papiere von Daimler Truck, Qiagen und Merck an der Spitze der Kursliste, das Schlusslicht bildeten die Aktien von Infineon und der Commerzbank. ### Rohstoffe und Devisen in Bewegung Der Ölpreis stieg unterdessen stark. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 100,80 US-Dollar, das waren 7,1 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags. Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Donnerstagnachmittag schwächer. Ein Euro kostete 1,1375 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8791 Euro zu haben. Der Goldpreis war deutlich rückläufig. Am Nachmittag wurden für eine Feinunze 4.051 US-Dollar gezahlt, ein Minus von 2,0 Prozent. Das entspricht einem Preis von 114,51 Euro pro Gramm. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück