# Dax legt deutlich zu dank starker Unternehmenszahlen und US-Vorgaben Datum: 05.05.2026 17:49 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/dax-legt-deutlich-zu-dank-starker-unternehmenszahlen-und-us-vorgaben-709362/ --- Der Dax hat am Dienstag deutlich zugelegt und ist mit 24.402 Punkten aus dem Xetra-Handel gegangen, was einem Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Getragen wurde die Entwicklung von überwiegend positiven Unternehmensnachrichten und guten Quartalszahlen, während geopolitische Risiken im Nahen Osten in den Hintergrund rückten. ## Dax legt zu – positive Unternehmensnachrichten überwiegen Am Dienstag startete der Dax freundlich in den Handel und baute seine Zugewinne am Vormittag weiter aus. Am Nachmittag hielt der Leitindex unter Schwankungen das erreichte Niveau und schloss schließlich bei 24.402 Punkten. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, führte die Kursentwicklung auf die Berichtssaison zurück. „Die überwiegend positiven Unternehmensnachrichten kompensieren erfolgreich die weiter undurchsichtige Lage im Nahen Osten“, kommentierte Lipkow laut CMC Markets. „Investoren werten die guten Ergebnisse in der laufenden Berichtsaison als Stütze für den Aktienmarkt und fokussieren sich so weniger auf die Meldungen zum USA-Iran-Konflikt.“ Aktuell falle es schwer, sich in Bezug auf den Konflikt ein klares Bild zu machen. „Die Meldung, dass ein Containerschiff der Reederei Maersk unbeschadet durch die Straße von Hormus gefahren ist, hat dem Dax heute wieder etwas Auftrieb gegeben. Doch der Konflikt dürfte auch noch in den kommenden zwei bis drei Wochen ungewiss bleiben und entsprechende Auswirkungen auf die Energiepreise haben“, so Lipkow. „Damit steigen die Inflationserwartungen und bei den privaten Haushalten verschlechtert sich das Sentiment zunehmend.“ ### Sorge vor Stagflation und Abhängigkeit von US-Vorgaben Zudem verwies der Analyst auf strukturelle Veränderungen am Arbeitsmarkt. Viele Unternehmen bauten demnach Arbeitskräfte ab und ersetzten diese speziell im Technologiesektor durch KI. „Das sind zumeist gut ausgebildete Arbeitskräfte mit entsprechenden Gehältern und der zugehörigen Kaufkraft. Für die kommenden Quartale braut sich damit ein gewissermaßen perfektes Stagflationsszenario zusammen“, erklärte Lipkow. Noch aber wollten die Investoren dieses Gesamtbild nicht erkennen. „Stattdessen sorgen die Ergebnisse der US-Big-Techs und der Unternehmen aus der Finanz-, Rüstungs- und Energiebranche für Optimismus. Im S&P 500 haben über 80 Prozent der Unternehmen, die ihre Quartalszahlen vorgelegt haben, die Erwartungen übertroffen“, so Lipkow weiter. „Die Frage bleibt allerdings, ob sich der positive Trend auch in den kommenden Quartalen in dem beschriebenen Gesamtumfeld fortsetzen kann.“ Der Dax lebe derzeit sehr stark von den Vorgaben aus den USA und den Schwergewichten, die ebenfalls maßgeblich von Sondersituationen in vereinzelten Wirtschaftssektoren profitieren könnten. „Das lässt sich unter anderem an den Quartalszahlen von Rheinmetall erkennen. Ähnlich verhält es sich mit den Aktien von SAP und Siemens“, erklärte Lipkow. „Der Dax bildet derzeit nicht die deutsche Wirtschaft ab, sondern wird von den global aufgestellten Konzernen bestimmt.“ Bis kurz vor Handelsschluss standen die Papiere von Infineon, Siemens und Commerzbank an der Spitze der Kursliste. Das Schlusslicht bildeten die Aktien von FMC. ### Rückgang bei Energiepreisen und festerer Euro Unterdessen sank der Gaspreis. Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Mai kostete 47 Euro und damit drei Prozent weniger als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund neun bis elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben. Auch der Ölpreis gab deutlich nach. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 110,70 US-Dollar, das waren 373 Cent oder 3,3 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags. Die europäische Gemeinschaftswährung zeigte sich am Dienstagnachmittag etwas stärker. Ein Euro kostete 1,1705 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8543 Euro zu haben. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück