# Das ist die neue Wanderausstellung im MIK Osnabrück Datum: 22.05.2026 11:31 Kategorie: Aktuell URL: https://hasepost.de/das-ist-die-neue-wanderausstellung-im-mik-osnabrueck-714784/ --- Im Museum Industriekultur Osnabrück (MIK) dreht sich in diesem Jahr alles um das Bauen und Wohnen von morgen. Während die große Sonderausstellung „Zukunft Bauen. Wie wollen wir wohnen und leben?“ historische Entwicklungen des Bauens und Wohnens mit innovativen und nachhaltigen Konzepten verbindet, ergänzt die Wanderausstellung „Mutige Stadt, mutige Entscheidungen. Wie Groningen sich in eine Modellstadt verwandelte“ diesen Fokus um eine europäische Perspektive auf Stadtentwicklung. Die Ausstellung wird vom 6. Juni bis zum 30. August 2026 im historischen Haseschachtgebäude des MIK in Kooperation mit dem Verein für Baukultur Osnabrück gezeigt. Konzipiert wurde sie vom Stadtplanungs- und Architekturbüro De Zwarte Hond. ## Ausstellung bietet Plattform für den Dialog über die Zukunft unserer Städte „Bold City, Brave Decisions“ ist mehr als eine Ausstellung über Stadtplanung. Sie versteht sich als Plattform für den Dialog über die Zukunft unserer Städte. Ausgangspunkt ist eine zentrale Frage: Was braucht es, damit Städte auch in Zukunft lebenswert bleiben? Die Ausstellung zeigt, dass dies mehr verlangt als einzelne gute Projekte. Es braucht langfristige Visionen, Kontinuität und den Mut, Entscheidungen zu treffen, die über kurzfristige Interessen hinausgehen. Am Beispiel der niederländischen Stadt Groningen untersucht die Ausstellung, wie eine Reihe mutiger Entscheidungen über Jahrzehnte hinweg eine Stadt nachhaltig verändern kann. Groningen gilt heute europaweit als Beispiel für hohe Lebensqualität: nachhaltig, resilient, kompakt und lebendig. Die Stadt mit rund 240.000 Einwohnerinnen und Einwohnern hat ihre Entwicklung nicht dem Zufall überlassen, sondern durch konsequente Entscheidungen geprägt. Im Zentrum der Ausstellung stehen drei grundlegende Prinzipien, die den roten Faden der Stadtentwicklung bilden: Kontinuität (Continuity) – langfristiges Denken statt kurzfristiger Lösungen. Städte entstehen nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch Entscheidungen, die über Jahrzehnte hinweg Bestand haben. Kollektivität (Collectivity) – Stadtentwicklung als gemeinschaftlicher Prozess. Lebenswerte Städte entstehen im Zusammenspiel von Politik, Fachwelt und Bevölkerung. Kompaktheit (Compactness) – eine Stadt, in der Wohnen, Arbeiten, Mobilität und Begegnung nah beieinander liegen und kurze Wege eine hohe Lebensqualität ermöglichen. Die Ausstellung macht deutlich, dass mutige Entscheidungen nicht nur räumliche, sondern auch gesellschaftliche Auswirkungen haben. Sie zeigt, wie Städte ihre eigene Identität stärken und gleichzeitig auf Herausforderungen wie Wohnraummangel, Mobilitätswandel und Klimaanpassung reagieren können. Dabei versteht sich Groningen nicht als Blaupause, sondern als Inspirationsquelle. Jede Stadt steht vor eigenen Herausforderungen und entwickelt eigene Antworten. Genau deshalb wächst „Bold City, Brave Decisions“ mit jedem neuen Ausstellungsort weiter. Seit ihrer Eröffnung war die Ausstellung bereits in Graz, Groningen, Mainz und Rotterdam zu sehen und wird anschließend unter anderem nach Zwolle und Haarlem weiterreisen. Jeder Standort ergänzt die Ausstellung um lokale Perspektiven und erweitert damit den gemeinsamen europäischen Dialog über die Zukunft der Stadt. ### Zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen beiden Städten Trotz der Größe Groningens – etwa doppelt so groß wie Osnabrück – bestehen zahlreiche Gemeinsamkeiten zwischen beiden Städten. Wie Groningen verfügt auch Osnabrück über eine lebendige Kultur- und Kreativszene und ist mit Hochschule, Universität und einer florierenden Start-up-Szene ein dynamischer Forschungs- und Entwicklungsstandort. Warum die Stadt als Standort so optimal ist, erklärt Ellen Schindler, geschäftsführende Partnerin von De Zwarte Hond: „Osnabrück ist ein idealer Ort für unsere Wanderausstellung. Die Stadt steht – wie viele europäische Mittelstädte – vor komplexen Herausforderungen und zugleich vor großen Chancen. Uns interessiert nicht die perfekte Stadt, sondern die Frage, wie mutige Entscheidungen langfristig Qualität schaffen können. Die Ausstellung möchte Menschen zusammenbringen und den Dialog darüber eröffnen, wie wir unsere Städte gemeinsam weiterentwickeln können“. Auch Museumsdirektorin Dr. Vera Hierholzer sieht in der Wanderausstellung einen Gewinn: „Wir freuen uns sehr, dass es dem Verein für Baukultur Osnabrück gelungen ist, die Ausstellung „Mutige Stadt, mutige Entscheidungen. Wie Groningen sich in eine Modellstadt verwandelte“ nach erfolgreichen Präsentationen in Graz, Groningen, Mainz und Rotterdam an unser Haus zu holen. Sie bereichert unsere laufende Ausstellung „Zukunft Bauen“ um den Blick auf unser Nachbarland, die Niederlande. Die Besuchenden sehen hier an einem konkreten Beispiel, wie es trotz der großen Herausforderungen unserer Zeit – insbesondere Wohnraummangel und Klimawandel – mit kluger und nachhaltiger Stadtplanung im Dialog mit den Menschen gelingen kann, lebenswerte Städte zu gestalten. Die Ausstellung bietet einen inspirierenden Blick über die eigenen Stadt- und Landesgrenzen hinaus“. ### Ausstellung um regionale Inhalte erweitert In Osnabrück wird die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Verein für Baukultur um regionale Inhalte erweitert. Der Bereich „Mutige Entscheidungen für Osnabrück“ greift lokale Themen wie die „Grünen Finger“ (13 Freiraumachsen, die wie hereinragende Finger die Stadt eng mit der umgebenden Landschaft verweben), die Innenstadt, Mobilität und das Thema Wasser auf und lädt Besucherinnen und Besucher dazu, eigene Ideen und Perspektiven einzubringen. „Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie Groningen Lebensqualität versteht und über Jahrzehnte gestaltet hat, nämlich mit Kontinuität, Kollektivität und Kompaktheit. Es muss nicht immer alles neu erfunden werden, sondern wir können hier in Osnabrück von Städten lernen, die mutige Wege gegangen sind. Der Verein für Baukultur holt die Ausstellung nach Osnabrück, um die Diskussion über eine nachhaltige und zukunftsorientierte Weiterentwicklung unserer Stadt anzuregen, ähnlich wie bei den Baukulturgesprächen, die wir seit fast zehn Jahren veranstalten. Mit einem eigenen Osnabrück-Kapitel fragen wir innerhalb der Ausstellung, welche mutigen Entscheidungen unsere Stadt braucht und wollen Bürgerinnen und Bürger auffordern, daran mitzuwirken“, erklärt Hermann Kuhl, 2. Vorsitzender des Vereins für Baukultur Osnabrück. Durch interaktive Elemente, Karten und Diskussionsformate wird die Ausstellung zu einem offenen Raum für Austausch – zwischen Politik, Fachwelt und Stadtgesellschaft. „Mutige Stadt, mutige Entscheidungen – wie Groningen sich in eine Modellstadt verwandelte“ wird in deutscher und englischer Sprache präsentiert und gefördert durch die Sabine Hagemann Stiftung und die Senator-Friedrich-Lehmann-Stiftung. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück