# CSU-Gesundheitspolitiker verlangt Einschränkung der beitragsfreien Familienmitversicherung Datum: 22.06.2026 06:19 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/csu-gesundheitspolitiker-verlangt-einschraenkung-der-beitragsfreien-familienmitversicherung-724640/ --- Der CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger fordert eine deutliche Einschränkung der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung und stellt sich damit gegen CSU-Chef Markus Söder. Während Pilsinger die aktuelle Regelung als sozial ungerecht kritisiert, lehnen CSU und Teile der SPD eine Abschaffung der Familienmitversicherung ab und verweisen auf die Belastung von Familien in schwierigen Zeiten. ## Streit um Familienmitversicherung in der GKV CSU-Gesundheitspolitiker Stephan Pilsinger kritisiert die bisherige beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern in der gesetzlichen Krankenversicherung scharf. „Zu den Kritikern der heutigen Regelung gehöre ich ausdrücklich“, sagte Pilsinger dem Pro-Newsletter Gesundheit des Nachrichtenmagazins Politico. Die beitragsfreie Mitversicherung komme vor allem „privilegierten Haushalten mit hohen Einkommen zugute, die es sich leisten können, dass ein Partner dauerhaft zu Hause bleibt“. Familien mit geringem Einkommen könnten sich dies meist nicht leisten. „Die Medizinische Fachangestellte und der Fabrikarbeiter finanzieren mit ihren Beiträgen mit, dass die Ehefrau des freiwillig gesetzlich versicherten Anwalts oder die Ehefrau des freiwillig gesetzlich versicherten Hauptgeschäftsführers nicht arbeiten gehen muss“, kritisierte Pilsinger weiter gegenüber dem Pro-Newsletter Gesundheit von Politico. Das erscheine ihm „weder besonders sozial noch besonders gerecht“. ### Widerspruch aus CSU und SPD CSU-Chef Markus Söder vertritt eine andere Linie. Die Abschaffung der beitragsfreien Mitversicherung komme für die CSU „nicht infrage“, sagte er im März. Es sei „völlig absurd, in diesen herausfordernden Zeiten unsere Familien zusätzlich zu belasten“. Auch beim Koalitionspartner SPD gibt es Widerstand gegen eine weitgehende Änderung der Regelung. „Die Familienmitversicherung muss bleiben“, forderten niedersächsische und nordrhein-westfälische SPD-Bundestagsabgeordnete im April. Pilsinger zeigt dafür wenig Verständnis und kritisiert die Sozialdemokraten deutlich: „Ich finde, das Thema zeigt exemplarisch, wie die SPD den Kontakt zu ihren früheren Wählern verloren hat und sich heute vor allem auf ein urbanes Akademikermilieu konzentriert“, sagte er dem Pro-Newsletter Gesundheit von Politico. ### Geplante Neuregelung im Beitragssatzstabilisierungsgesetz Die Regelung zur beitragsfreien Mitversicherung wird derzeit im parlamentarischen Verfahren zum Beitragssatzstabilisierungsgesetz von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) verhandelt. Im aktuellen Gesetzentwurf ist vorgesehen, die beitragsfreie Mitversicherung nicht vollständig abzuschaffen, sondern einzuschränken. So sollen Ehepartner künftig einen Beitragszuschlag zahlen, um mitversichert zu sein. „Ein Zuschlag von 2,5 Prozent auf das Bruttoeinkommen, wie er derzeit diskutiert wird, ist aus meiner Sicht zumutbar“, sagte Pilsinger dem Pro-Newsletter Gesundheit von Politico. Kinder sowie Partner, die kleine Kinder erziehen, Kinder mit Behinderung betreuen oder Angehörige pflegen, sollten nach seinen Vorstellungen weiter kostenfrei mitversichert bleiben. „Das halte ich für sozial gerecht.“ ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück