# CSU fordert neue Regeln für Kraftwerksförderung Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-06T19:32:05+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-06T19:32:09+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/csu-fordert-neue-regeln-fuer-kraftwerksfoerderung-775214/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die CSU will die Kriterien für die zweite Ausschreibungsrunde neuer Kraftwerkskapazitäten ändern und fordert eine Verschiebung. Hintergrund sind umstrittene Zuschläge für ineffiziente Fuel-Switch-Anlagen der Leag. Auch die Grünen fordern, die nächste Ausschreibung solle kurzfristig gestoppt werden. Umweltverbände kritisieren die einseitige Förderung von Gaskraftwerken. ## Politische Forderungen nach Änderungen Andreas Lenz (CSU), energiepolitischer Sprecher der Unionsfraktion, erklärte gegenüber dem “Handelsblatt”, die zweite Ausschreibungsrunde für neue Kraftwerkskapazitäten müsse so lange verschoben werden, bis die Kriterien überarbeitet seien. Michael Kellner, energiepolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, forderte, die nächste Ausschreibung sollte kurzfristig gestoppt werden. Laut Informationen unter Berufung auf mehrere Insider hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bereits in Berlin interveniert. Laut Bericht entsprachen die Ergebnisse der ersten Auktion weder den Erwartungen vieler Energiekonzerne noch denen des Bundeswirtschaftsministeriums und der Bundesnetzagentur. Fast alle Förderzuschläge gingen an die Unternehmen RWE und Leag. Die Leag plant jedoch, keine neuen Gaskraftwerke zu bauen, sondern alte Kohlekraftwerke zu sogenannten Fuel-Switch-Anlagen umzurüsten. Diese verbrauchen mehr Gas als moderne Kraftwerke und gelten als ineffizienter. ### Juristische Prüfung und weitere Pläne Laut Informationen unter Berufung auf Vertreter aus der Energiebranche und von Behörden sollen sich politische Entscheider vor Bekanntgabe der Ergebnisse intensiv damit befasst haben, wie Zuschläge für Fuel-Switch-Anlagen der Leag verhindert werden könnten. Eine interne Prüfung der Bundesnetzagentur ergab jedoch, dass die Gebote rechtlich zulässig waren. Auch RWE und Uniper hatten geprüft, sich mit alten Kohlekraftwerken zu bewerben, entschieden sich aber dagegen. Die Ausschreibungskriterien wurden laut "Spiegel" so gestaltet, dass faktisch nur Gaskraftwerke gefördert werden. Umweltverbände kritisieren dies und fordern die Berücksichtigung klimafreundlicherer Technologien wie Batteriespeicher. Im Mai 2027 soll eine weitere Ausschreibung über 2 Gigawatt folgen, an der auch Speicher teilnehmen können. ### Klimaziele und langfristige Perspektiven Deutschland hat sich 2015 im Übereinkommen von Paris verpflichtet, die Erderhitzung auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu begrenzen. Nach Berechnungen des Sachverständigenrats für Umweltfragen hat das Land seinen fairen Anteil am globalen CO2-Budget für die 1,5-Grad-Grenze bereits überschritten. Für eine Temperaturgrenze von 1,75 Grad mit 67 Prozent Wahrscheinlichkeit verbleiben noch 3,9 Gigatonnen CO2. Bei linearer Reduktion müsste Deutschland spätestens 2037 CO2-neutral sein. Das Bundeswirtschaftsministerium plant derzeit die Einführung eines umfassenden Kapazitätsmarktes ab 2032, über den weitere Subventionen vergeben werden sollen. Für Dezember 2027 und Oktober 2029 sind zusätzliche Kapazitätsausschreibungen vorgesehen, bei denen auch Bestandskraftwerke mitbieten können. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück