# Chemieindustrie warnt vor AfD-Regierung in Ostdeutschland Datum: 06.08.2026 11:02 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/chemieindustrie-warnt-vor-afd-regierung-in-ostdeutschland-739999/ --- Die Hauptgeschäftsführerin des Industrieverbands Nordostchemie, Nora Schmidt-Kesseler, sieht einen wirtschaftlichen Abschwung drohen, falls die AfD nach den Wahlen in Ostdeutschland die Macht übernimmt. Sie verweist auf negative Folgen durch Forderungen wie eine Remigrationsoffensive. Eine Ifo-Studie bestätigt strukturelle Probleme in der Region. ## AfD-Programm löst Sorge in der Branche aus „Im Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt wird eine Remigrationsoffensive beschrieben“, sagte Schmidt-Kesseler dem Podcast „Im Osten“ des „Tagesspiegels“. „Allein solch eine Ankündigung hat negative Auswirkungen, egal ob es soweit kommt oder nicht.“ Allein die Debatte und „und dieses Herausstellen“ des Migrationsthemas mache vielen Menschen Sorgen und rufe Ängste hervor. „Wir sind eine weltoffene, internationale Branche. Wir sind angewiesen auf Menschen, die aus dem Ausland kommen“. An der Chemiebranche hängen nach Verbandsangaben 60.000 Arbeitsplätze in Ostdeutschland, besonders im Chemie-Dreieck um Leuna und Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. Von der Politik verlangte Schmidt-Kesseler niedrigere Strom- und Gaspreise. „Wir haben zum ersten Mal seit Jahrzehnten Standortschließungen, Verlagerungen ins Ausland und Arbeitsplatzabbau. Es gehen gerade viele hochbezahlte, gute Arbeitsplätze verloren“, kritisierte sie. „Das liegt vor allem an den Energiekosten.“ Laut der Studie „Wettbewerbsreport Ostdeutschland“ des Ifo-Instituts wird der wirtschaftliche Aufschwung im Osten aktuell ausgebremst. Aufgrund zu geringer Investitionen und zu weniger Fachkräften sowie einer überalterten Bevölkerung drohe der Aufholprozess zum Westen zu stoppen. In Ostdeutschland bangen derzeit insbesondere Chemie- und Automobilindustrie um ihre Zukunft. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück