# CDU nach Wahldebakel: Merz will im Amt bleiben Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-20T20:46:51+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-20T20:46:54+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/cdu-nach-wahldebakel-merz-will-im-amt-bleiben-758163/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Schlechte Ergebnisse in MV und Berlin – Kanzler betont Reformkurs Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Ergebnisse der Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin als „Desaster“ bezeichnet, will aber weiterhin im Amt bleiben. Nach Bekanntgabe der ersten Prognosen äußerte sich Merz im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin und betonte, dass die CDU die Verantwortung für die Reformen übernehmen werde. „Was jetzt zu tun ist, erfordert Rückgrat, Standhaftigkeit und Geduld“, sagte er, wie die Welt und das Abendblatt berichten. Die Reformen seien notwendig, um Deutschland zukunftsfähig zu machen und dem „autoritären Gift“ in der Gesellschaft entgegenzuwirken. ## CDU in MV droht der Landtagseinzug In Mecklenburg-Vorpommern lag die CDU laut ersten Hochrechnungen bei nur etwa fünf Prozent und musste um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. In Berlin landete die Partei mit rund 20 Prozent deutlich hinter der Linken, die stärkste Kraft wurde. Merz bezeichnete das Berliner Ergebnis dennoch als „ordentlich“ und verwies auf die schwierigen Rahmenbedingungen für den Spitzenkandidaten Stefan Evers, wie das Abendblatt berichtet. Die Tagesschau hatte zuvor spekuliert, dass ein Scheitern der CDU in beiden Bundesländern die Dynamik für einen vorzeitigen Rücktritt Merz’ verstärken könnte. ### Merz betont Reformkurs trotz Wahlniederlagen Merz’ schnelle Stellungnahme direkt nach Schließung der Wahllokale deutet darauf hin, dass er die Deutungshoheit über die Ergebnisse behalten und einer Diskussion über seinen Rücktritt zuvorkommen wollte. Er betonte, dass ein Rückzug in die „gute alte Zeit“ keine Lösung sei und dass sein Reformkurs fortgesetzt werden müsse. „Ich möchte, dass unser Land wieder ein Land des Aufbruchs wird“, sagte er laut Welt. Gleichzeitig räumte er ein, dass nicht alle Reformen sofort Beifall finden würden und dass einige Maßnahmen erst langfristig Wirkung zeigen. ### CDU-Führung unter Druck nach innerparteilicher Kritik In der CDU selbst ist die Lage angespannt. Wie das Abendblatt berichtet, hatte Merz bereits vor den Wahlen mit innerparteilicher Kritik zu kämpfen, insbesondere nach der Niederlage in Sachsen-Anhalt. Die Unterstützung durch die CDU-Ministerpräsidenten war zögerlich, und Spekulationen über mögliche Nachfolger wie Hendrik Wüst (NRW) oder Markus Söder (Bayern) hielten sich hartnäckig. Merz sagte sogar eine geplante Reise nach New York ab, um sich auf die anstehende innerparteiliche Debatte zu konzentrieren. ### AfD attackiert Merz und fordert seinen Rücktritt Die AfD nutzte die Schwäche der CDU für scharfe Angriffe. AfD-Chef Tino Chrupalla bezeichnete Merz’ Erklärung als „wirklich mehr als dürftig“ und warf ihm vor, Konsequenzen zu verweigern, wie die Welt zitiert. Chrupalla forderte Merz’ Rücktritt und kritisierte, dass dieser weiterhin auf einen „Weiter-so“-Kurs setze. Die AfD hatte in Mecklenburg-Vorpommern ein starkes Ergebnis erzielt und setzte sich deutlich von der SPD ab. Ob Merz langfristig im Amt bleiben kann, hängt nun von der weiteren Entwicklung in der Partei ab. Die Tagesschau betont, dass die CDU ohne einen klaren Nachfolgeplan kaum einen schnellen Wechsel an der Spitze vollziehen könnte. Zudem fehle es an einem Kandidaten, der die Partei sofort einen könnte. Merz selbst scheint entschlossen, die nächsten Wochen zu nutzen, um seine Position zu festigen – auch wenn die Ergebnisse der Wahlen seine Autorität weiter schwächen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück