# CDU fordert nach Ceuta-Krise EU-Migrationsreform Datum: 31.07.2026 16:42 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/cdu-fordert-nach-ceuta-krise-eu-migrationsreform-738067/ --- Nach einem massiven Ansturm von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta fordern CDU-Innenpolitiker Konsequenzen für die europäische Migrationspolitik. Allein in den vergangenen Tagen seien rund 60.000 Menschen irregulär eingereist – die höchste Zahl seit mindestens 2021. ## Kritik an spanischem Gerichtsurteil und Forderungen Günter Krings, Chef der CDU-Landesgruppe aus Nordrhein-Westfalen im Bundestag sowie Innen- und Rechtspolitiker, kritisierte im „Spiegel“ die jüngste Entscheidung des spanischen obersten Gerichtshofes. Dieses untersagt, Migranten in den Enklaven Ceuta und Melilla direkt zurückzuschicken. „Aber auch die Einbürgerung von Hunderttausenden illegaler Zuwanderer durch die Sanchez-Regierung hat hier Hoffnungen geweckt“, so Krings. Der Schlüssel zum Schutz der EU-Außengrenze in Afrika liege weniger in Grenzschutzanlagen als in einem guten Verhältnis zu Marokko, von wo aus die Zehntausenden nach Ceuta gekommen seien. Spanien müsse die Beziehungen zu seinem südlichen Nachbarn schnell wieder verbessern, sagte Krings. Zudem müssten die Vorfälle ein Ansporn für die EU sein, "die im Grundsatz bereits beschlossenen Rückkehrzentren in Drittstaaten außerhalb von Europa energischer voranzutreiben." Er sprach sich dafür aus, Asylverfahren außerhalb der EU durchzuführen und dafür auch mit Marokko in Gespräche zu treten. ### Pull-Faktoren und beschleunigte Verfahren Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der CDU, teilte dem „Spiegel“ mit: „Wenn es noch einen Beweis gebraucht hätte, dass es Pull-Faktoren gibt, dann ist dieser mit den Geschehnissen in Ceuta erbracht.“ Das spanische Gerichtsurteil habe zu einem Ansturm junger Männer und Jugendlicher geführt und Leben gekostet. Sollten die Menschen europäisches Festland erreichen, werde dies eine Bewährungsprobe für das neue gemeinsame Europäische Abwehrsystem (GEAS) sein. Für Menschen aus Marokko, das im Rahmen der neuen EU-Asylreform als sicherer Herkunftsstaat gelte, sowie für Menschen aus Algerien müsse das neue beschleunigte Grenzverfahren konsequente Anwendung finden. Nach Angaben spanischer Sicherheitskreise sind in den vergangenen Tagen rund 60.000 Migranten auf irregulärem Weg nach Ceuta gelangt, die meisten am vergangenen Donnerstag. Es handele sich um die größte Zahl seit mindestens 2021. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex teilte dem „Spiegel“ mit, Spanien habe bislang keine zusätzliche Unterstützung angefordert. Frontex sei vor Ort und unterstütze die nationalen Behörden bei Grenzkontrollen im Seehafen, sagte ein Sprecher. Die Durchbrüche an der Grenze von Ceuta lägen jedoch „außerhalb des Tätigkeitsbereichs“ der Agentur. Frontex verfolge die Lage weiterhin aufmerksam. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück