Außenminister Johann Wadephul (CDU) sieht eine neue Chance für Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs. In der RTL-Sendung "Nachtjournal Spezial" sprach er von einer möglichen Verhandlungsbereitschaft des russischen Präsidenten Wladimir Putin und betonte die Notwendigkeit, eine sich abzeichnende Gelegenheit zu nutzen.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hält es für möglich, dass Russlands Präsident Wladimir Putin inzwischen offener für Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs ist. In der RTL-Sendung „Nachtjournal Spezial“ sagte der CDU-Politiker, es gebe nun eine Perspektive für neue Gespräche.
"Es gibt jetzt eine Chance" – Hoffnung auf Gespräche im Sommer
„Es gibt jetzt eine Chance, glaube ich, in diesem Sommer mit Gesprächen zu beginnen“, sagte Wadephul in der RTL-Sendung „Nachtjournal Spezial“. Mit Blick auf Putin fügte er hinzu: „Möglicherweise ist er jetzt in einer Phase, dass er darüber ernsthaft nachdenkt.“ Der Krieg bringe militärisch derzeit keiner Seite entscheidende Vorteile. „Das Einzige, was geschieht, ist sterben. Jeden Tag.“
Wadephul verwies dabei auf den weißrussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, der sich jüngst zur militärischen Lage geäußert habe. Dessen Einschätzung, wonach weder Russland noch die Ukraine den Krieg militärisch gewinnen könne, nannte er „eine interessante Wortmeldung von einem sehr engen Verbündeten von Putin“.
Signal nach Moskau und Rolle europäischer Staaten
Nach Ansicht von Wadephul ist die Ukraine „schon die ganze Zeit verhandlungsbereit“. Nun sei es „an Wladimir Putin, zu entscheiden, ob er verhandeln will oder weiter schießen will“. Deutschland, Frankreich und Großbritannien hätten gemeinsam mit ihren europäischen Partnern die Initiative ergriffen und ein Signal nach Moskau gesandt. „Wir sind auch bereit für Gespräche“, sagte Wadephul in der RTL-Sendung „Nachtjournal Spezial“.
Vorsichtig optimistischer Blick auf möglichen Kurswechsel
Der Außenminister zeigte sich vorsichtig optimistisch, dass es zu einem Kurswechsel im Kreml kommen könnte. Putin müsse erkennen, dass die Fortsetzung des Krieges wirklich keinen Sinn mache. Die Unterstützung für die Ukraine werde nicht nachlassen, zugleich belasteten Sanktionen die russische Wirtschaft. „In einem nüchternen Kalkül sollte er zu dem Ergebnis kommen, dass jetzt ein guter Zeitpunkt ist, zu verhandeln“, sagte Wadephul in „Nachtjournal Spezial“. Es gebe eine „realistische Chance“, den Konflikt auf den Weg zu einer Lösung zu bringen. „Und diese realistische Chance sollte man nutzen.“
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