# Caritas fordert umfassende Reform des Bevölkerungsschutzes nach Flutkatastrophe Datum: 14.07.2026 00:44 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/caritas-fordert-umfassende-reform-des-bevoelkerungsschutzes-nach-flutkatastrophe-732143/ --- Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal fordert die Caritas von der Bundesregierung eine grundlegende Neuaufstellung des Bevölkerungsschutzes. Deutschland sei zwar auf einem guten Weg, müsse sich aber deutlich besser auf ähnliche Katastrophen vorbereiten, mahnt Caritas-Vorstand Oliver Müller. Neben technischen Warnsystemen brauche es vor allem klare Handlungsabläufe und eine stärkere Einbindung sozialer Einrichtungen. ## Caritas fordert Neuaufstellung des Bevölkerungsschutzes Fünf Jahre nach der Fluttragödie im Ahrtal sieht Oliver Müller, für die Katastrophenhilfe zuständiger Caritas-Vorstand, Deutschland beim Bevölkerungsschutz erst teilweise gerüstet. Deutschland sei auf einem guten Weg, es könne und müsse aber noch viel besser werden, sagte Müller dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Technische Warnsysteme etwa seien wichtig. „Aber eine Warn-App hilft nur begrenzt, wenn Menschen nicht wissen, was sie danach tun sollen“, sagte Müller laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Gleichzeitig mahnte Müller zur Vorsicht. Es gebe „viele weitere Orte in Deutschland, die vielleicht noch nicht wissen, dass sich auch dort eine Flut ereignen kann. Das ist die große Herausforderung, vor der wir stehen“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. ### Mehr Sensibilität, aber weiterhin Nachholbedarf Insgesamt sei Deutschland wirksamer auf Großlagen dieser Art vorbereitet, analysierte der Experte. „Es gibt bessere Absicherungen und man hat natürlich eine wesentlich höhere Sensibilität dafür“, sagte Müller dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Es bestehe aber weiterhin Nachholbedarf. „Aus der Erfahrung der Caritas muss Katastrophenschutz sozialräumlicher gedacht werden“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Dazu gehöre unter anderem die Frage, wie lange sich Pflegeheime, Kitas oder Schulen selbst versorgen könnten. Hier sieht Müller laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ einen zentralen Baustein für einen wirksamen Bevölkerungsschutz, der technische und soziale Aspekte miteinander verbindet. ### Soziale Komponenten und funktionierende Informationsketten Informationsketten müssten funktionieren, „indem die Beteiligten der Hilfsstrukturen bereits vor einer Katastrophe miteinander sprechen“, forderte Müller im Gespräch mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Katastrophenschutz werde nach seinen Worten vor allem unter technischen Aspekten betrachtet, die Wohlfahrtsverbände würden zusätzlich eine wichtige soziale Komponente einbringen. Diese gelte es zu nutzen, da die staatlichen Hilfsorganisationen allein an ihre Grenzen kämen, betonte Müller gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück