# Busch warnt vor pauschalen China-Zöllen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-30T01:52:09+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-30T01:52:13+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/busch-warnt-vor-pauschalen-china-zoellen-749087/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Siemens-Chef Roland Busch spricht sich gegen umfassende EU-Zölle gegen China aus. Er warnt vor pauschalen Schuldzuweisungen und betont die Leistungsfähigkeit chinesischer Wettbewerber. Gleichzeitig fordert er von der EU mehr Tempo bei der Regulierung von KI-Technologien. ## Kritik an pauschalen Handelsmaßnahmen Busch räumt ein, dass es Gründe für gezielte Zölle geben könne. "Es mag Gründe für wenige, gezielte Zölle geben. Man muss jedoch äußerst vorsichtig sein, nicht etwa mangelnde Wettbewerbsfähigkeit zu schützen, denn das rächt sich", sagte Busch der "Welt am Sonntag". Die europäischen Handelsprobleme mit China seien nicht nur auf unfaire Praktiken zurückzuführen, so der Siemens-Chef. Er warnt davor, jedes Problem mit chinesischen Importen pauschal auf Subventionen zu schieben. "Die Wahrheit ist vielmehr, dass wir es in China mit sehr leistungsfähigen Wettbewerbern zu tun haben – mit starken Ingenieuren und engagierten Teams, die innovative Produkte entwickeln und neue Technologien, einschließlich KI, rasch adaptieren. Das ist die neue Wettbewerbslandschaft. Wir müssen sie anerkennen und entsprechend reagieren". ### Forderung nach schnellerer KI-Regulierung Von der EU verlangt Busch ein höheres Tempo bei der Zulassung von KI-Technologien. "Wir dürfen das Entwicklungstempo der KI-Technologie nicht durch Regulierung bremsen. Man denke nur daran, wie lange es dauert, bis ein ‚AI Act` oder ‚Data Act` verabschiedet wird – vielleicht zwei Jahre. In dieser Zeit können sich KI-Modelle bereits sechs- oder achtmal weiterentwickelt haben. Bis die Verordnung tatsächlich in Kraft tritt, hat sich die KI-Technologie oft schon in eine ganz andere Richtung bewegt. Wir hinken stets hinterher“. Das Risiko einer Blasenbildung bei KI hält er für überschaubar. "Was wir derzeit erleben, ist die größte Wette der Geschichte auf Technologie. Aber es handelt sich hierbei nicht um eine Blase, die auf geliehenem Geld basiert. Ein Großteil der Mittel stammt von Unternehmen, die einen erheblichen Cashflow erwirtschaften. Ein weiterer Punkt ist, dass bei einem Platzen dieser Wette nicht alles abgeschrieben werden müsste". Er ist überzeugt, dass sich die Investitionen auszahlen werden. "Die ersten positiven Effekte sehen wir bereits. KI wird die Märkte definitiv positiv verändern, Effizienz und Effektivität steigern, Ressourcen schonen und Innovationen beschleunigen". --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück