# Bundeswehr stoppt Konversion: Kommunen bleiben auf Millionenkosten sitzen Datum: 25.03.2026 08:29 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/bundeswehr-stoppt-konversion-kommunen-bleiben-auf-millionenkosten-sitzen-695471/ --- Deutsche Städte und Gemeinden haben mehr als zwölf Millionen Euro in Planungen für die zivile Nutzung ehemaliger Militärflächen investiert, die nun doch wieder von der Bundeswehr beansprucht werden. Ein Anspruch auf Entschädigung besteht nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums nicht, gleichzeitig dürften die tatsächlichen Gesamtkosten deutlich höher liegen. Betroffen sind zahlreiche Kommunen, deren Konversionsvorhaben durch ein Moratorium des Verteidigungsministeriums gestoppt wurden. ## Millionenkosten durch gestoppte Konversion Eine Recherche des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ (RND) mit elf Partnermedien ergab, dass deutsche Städte und Gemeinden mehr als zwölf Millionen Euro an Planungskosten für die zivile Nutzung ehemaliger Militärflächen ausgegeben haben, die nun doch die Bundeswehr beansprucht. Die Medienverbünde fragten alle Kommunen in Deutschland nach Informationen über die 200 Liegenschaften, die der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gehören und von einer militärischen in eine zivile Nutzung umgewandelt werden sollten, bis das Verteidigungsministerium im Herbst 2025 diese „Konversion“ stoppte. Viele Gemeinden gaben demnach an, schon Geld investiert zu haben, wollten aber die genaue Summe nicht nennen. Die Kommunen zeigten sich in ihren Antworten überrascht bis überrumpelt vom Vorgehen der Bima. Oft standen die Städte und Gemeinden nach den Angaben der Recherche bereits sehr kurz vor der Vertragsunterzeichnung mit dem Bund. Geplant waren neue Stadtquartiere, Gewerbegebiete oder Standorte für Schulen und Feuerwehren. ### Konkrete Fälle in Regensburg und Leck Im bayerischen Regensburg sollte auf dem Gelände der früheren Prinz-Leopold-Kaserne eine Grundschule mit Hort und Doppel-Sporthalle errichtet werden. Nun will die Bundeswehr das frühere Armeelogistik-Gelände erneut nutzen. Die Stadt musste umplanen, 2,5 Millionen Euro an Mehrkosten stehen zu Buche. Ein weiterer Fall betrifft Schleswig-Holstein: Dort wird die Bundeswehr einen ehemaligen Fliegerhorst in der Gemeinde Leck nicht wie geplant verlassen. Durch das Moratorium sind geplante Projekte in der Schwebe. Im schlimmsten Fall „könnte ein Verlust von zwei bis drei Millionen Euro realistisch sein“, sagte Bürgermeister Andreas Deidert dem RND. ### Kein Recht auf Entschädigung Es gebe „keinen rechtlichen Anknüpfungspunkt für Entschädigungsleistungen“, teilte das Bundesverteidigungsministerium dem RND mit. Eine Bima-Sprecherin sagte dem RND, Verkaufsverhandlungen hätten „immer unter dem Vorbehalt eines möglicherweise nochmals entstehenden Bundesbedarfs“ gestanden. Auch Landes- und Bundesmittel aus verschiedenen Förderprogrammen trifft der Stopp der zivilen Nutzung. So sind an verschiedenen Orten Planungen aus der Städtebauförderung des Bundes kofinanziert worden, mit bis zu 80 Prozent der Kosten. Zurzeit prüft die Bundeswehr alle vom Moratorium betroffenen Liegenschaften „im Rahmen eines strukturierten Verfahrens“. Laut Bima kann ein „genauer Zeitpunkt für den Abschluss der Prüfungen derzeit nicht angegeben werden“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück