# Bundeswehr plant neuen Marinehafen in Emden Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-29T20:16:34+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-29T20:16:34+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/bundeswehr-plant-neuen-marinehafen-in-emden-761357/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Bremerhaven wird Nato-Drehscheibe – Emden soll Marinestützpunkt werden Die Deutsche Marine soll einen zweiten eigenen Hafen an der Nordseeküste erhalten. Wie der Spiegel und die Welt berichten, ist der Standort Emden in Ostfriesland für den neuen Marinestützpunkt vorgesehen. Bisher gibt es mit Wilhelmshaven nur einen Marinehafen an der Nordsee. Der geplante Standort in Emden soll Liegeplätze für sieben Fregatten, zehn Minensucher und zehn Schlepper bieten. Dort könnten eine vierstellige Zahl an Soldaten und zivilen Mitarbeitern stationiert werden. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) wollen am 5. Oktober in Emden das weitere Vorgehen erläutern, wie die dpa meldet. Dabei sein sollen auch der Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Wilhelm Tobias Abry, und Emdens Erster Stadtrat Horst Jahnke (SPD). ## Bremerhaven wird zur Nato-Drehscheibe ausgebaut Parallel dazu wird Bremerhaven als Nato-Drehscheibe ausgebaut. Bund und Land Bremen haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um den Hafen Bremerhaven und den Bremer Flughafen bis 2031 militärtauglich zu machen. Der Bund investiert dafür 1,35 Milliarden Euro, der Bremer Senat steuert über 212 Millionen Euro bei, wie die Welt und der NDR berichten. Ziel ist der Aufbau eines „Deployment Hubs“, um im Ernstfall Soldaten und Material der Bundeswehr und der Nato zu verlegen. Dafür sind mehr als 40 Maßnahmen geplant, darunter der Bau einer Schwerlastbrücke, die Vertiefung von Hafenbecken und der Ausbau von Straßen und Bahnverbindungen. Auch der Flughafen Bremen soll mit zusätzlicher Logistikfläche ertüchtigt werden. ### Emden bietet größtes Flächenpotenzial für Marinestützpunkt Der Emder Hafen bietet laut der landeseigenen Hafeninfrastrukturgesellschaft Niedersachsen Ports (NPorts) das größte ungenutzte Flächenpotenzial unter allen niedersächsischen Häfen. Als mögliche Fläche für den Marinestützpunkt gilt der Rysumer Nacken, eine Hafenerweiterungsfläche an der Ems. Die Stadt Emden, NPorts und das Land überlegen seit Jahren, wie diese Fläche genutzt werden kann – bisher waren zivile Pläne im Gespräch. Bis 1997 gab es in Emden bereits einen Marinestützpunkt. Die niedersächsische Staatskanzlei wirbt für den Standort und betont, Niedersachsen sei „Bundeswehrland Nummer eins“, wie der Spiegel schreibt. ### Pistorius verweist auf neue Standortanforderungen Verteidigungsminister Pistorius verwies auf „neue Standort- und Liegenschaftserfordernisse“, die sich durch den geplanten Aufwuchs der Streitkräfte ergäben. Details zum Auswahlverfahren oder den Kriterien wurden nicht bekanntgegeben. Während die Welt und der Spiegel Emden als festen Standort nennen, bleibt der NDR zurückhaltender und spricht von Emden und Bremerhaven als mögliche Standorte in der engeren Auswahl. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück