Der Tourismus-Koordinator der Bundesregierung, Christoph Ploß (CDU), hat mehr Investitionen in deutsche Freibäder gefordert. Angesichts hoher Besucherzahlen bei sommerlicher Hitze und eines massiven Investitionsstaus sieht er Schwimmbäder als zentrale Infrastruktur für Familien und den Tourismus. Neben zusätzlichen Mitteln verlangt er auch den Abbau bürokratischer Hürden. Kommunen stehen jedoch vor finanziellen und personellen Engpässen.
Freibäder als „Grundausstattung für Familien“
Der Tourismus-Koordinator der Bundesregierung Christoph Ploß (CDU) fordert eine stärkere finanzielle Unterstützung für Freibäder in Deutschland. „Freibäder dürfen in Deutschland nicht zum Luxus werden, sie gehören zur Grundausstattung für Familien“, sagte Ploß den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Deutschland braucht daher eine Freibad-Offensive.“ Die Kommunen sollten nach seinen Worten die vom Bund bereitgestellten Infrastrukturmittel auch für die Sanierung und den Ausbau von Freibädern nutzen.
Ploß verwies zur Begründung auf den großen Andrang während des jüngsten Hitze-Wochenendes. „Das Hitze-Wochenende hat Freibädern Rekordbesucherzahlen beschert, vielerorts gab es keine Tickets mehr“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Gerade für Menschen, die im Sommer nicht oder nur kurz verreisen könnten, seien Freibäder „ein Stück Urlaub in der Heimat“. Zugleich seien sie ein wichtiger Standortfaktor für den Tourismus. Viele Menschen machten nach seinen Angaben ihre Urlaubsplanung davon abhängig, ob es in der Umgebung Möglichkeiten zum Baden gebe.
Forderung nach weniger Bürokratie
Neben zusätzlichen Investitionen sprach sich Ploß für eine Entlastung der Bäder von Verwaltungsauflagen aus. „Außerdem müssen Bäder von unnötiger Bürokratie und kleinlichen Vorschriften befreit werden“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Als Beispiel nannte der CDU-Politiker Sprungtürme, die geschlossen würden, weil der Abstand der Trittstufen nicht exakt den TÜV-Vorgaben entspreche. „Darunter leiden vor allem Kinder und Jugendliche – und das ist niemandem zu erklären.“
Hoher Investitionsstau und knappe Kassen
Freibäder in Deutschland stehen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen (DGfdB) unter erheblichem Sanierungsdruck. Die DGfdB schätzt den Investitionsstau auf rund 34 Milliarden Euro. Zugleich kämpfen viele Kommunen mit knappen Haushalten und Personalmangel.
Experten und Verbände warnen deshalb, dass ohne zusätzliche Investitionen weitere Freibäder schließen oder ihr Angebot einschränken könnten.
