# Bundestag beschließt härtere Strafen für K.o.-Tropfen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-06T08:46:30+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-06T08:46:30+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/bundestag-beschliesst-haertere-strafen-fuer-k-o-tropfen-774995/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Mindestens fünf Jahre Haft für Taten mit Betäubungsmitteln geplant Der Bundestag hat heute über eine Verschärfung der Strafen für den Einsatz von K.o.-Tropfen abgestimmt. Ziel ist es, Täter abschreckender zu bestrafen, die ihre Opfer mit Betäubungsmitteln wehrlos machen, um Sexual- oder Raubdelikte zu begehen. Nach dem Gesetzentwurf der Bundesregierung sollen solche Taten künftig mit mindestens fünf Jahren Haft geahndet werden, bisher waren es oft nur drei Jahre. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) betonte, der Einsatz von K.o.-Tropfen sei ein gravierendes Problem, das vor allem Frauen in Bars oder auf Partys treffe, wie die Welt berichtet. Hubig verwies auf Fälle, in denen Opfer nach der Verabreichung sexuell genötigt oder vergewaltigt wurden, teilweise sogar gefilmt und im Internet verbreitet. ## Bundesrat blockt Schlupflöcher bei Sexualstraftaten ab Sie bezeichnete die Tat als „unglaublich niederträchtig und perfide“, insbesondere wenn sie durch den eigenen Partner erfolge. Bedenken des Bundesrats, dass ein größerer zeitlicher Abstand zwischen Verabreichung und Tat die Bestrafung erschweren könnte, wies sie zurück. Es gebe kein Schlupfloch, aber der Nachweis sei schwierig, so Hubig. Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) begrüßt die Verschärfung. ### K.o.-Tropfen hinterlassen schwere und unsichtbare Spuren Katja Grieger vom bff betont, dass Sexualstraftaten mit K.o.-Mitteln einen hohen Unrechtsgehalt hätten und die Folgen für Betroffene schwerwiegend seien, da sie sich oft nicht mehr an die Taten erinnern könnten, wie die Tagesschau berichtet. Auch die Hamburger Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) hält die Gesetzesverschärfung für notwendig, um den gesundheitlichen Folgen gerecht zu werden und einen besseren Schutz vor sexualisierter Gewalt und Raubdelikten zu bieten. In Baden-Württemberg wurden laut SWR im Jahr 2023 insgesamt 171 Fälle im Zusammenhang mit K.o.-Tropfen registriert. Problematisch bleibt jedoch der Nachweis der Tat, da Substanzen wie Liquid Ecstasy im Blut bereits nach wenigen Stunden abgebaut werden. ### Schnelltests warnen vor Scheinsicherheit bei K.o.-Taten Beratungsstellen raten Betroffenen daher, sich schnellstmöglich medizinisch untersuchen zu lassen, um Beweise zu sichern. Rechtsmedizinerin Dr. Britta Gahr vom WDR warnt jedoch vor einer Scheinsicherheit durch Schnelltests oder Armbänder, die nur wenige Substanzen nachweisen können. Sie plädiert stattdessen für eine vertrauliche Spurensicherung, bei der Proben für mehrere Jahre aufbewahrt werden, ohne dass Betroffene sofort Anzeige erstatten müssen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück