# Bundesregierung prüft Risiken vernetzter Autos Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-30T07:12:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-30T07:12:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/bundesregierung-prueft-risiken-vernetzter-autos-749120/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Bundesregierung erarbeitet eine nationale Risikoanalyse zu Sicherheitsgefahren durch vernetzte Fahrzeuge. Nachbarländer wie Polen und die Schweiz haben bereits Zufahrtsbeschränkungen für Militärgelände erlassen. Experten warnen vor Spionage und Datenabfluss. ## Abstrakte Gefahren, aber keine bekannten Vorfälle Das Bundesinnenministerium geht auf Anfrage des Magazins "Spiegel" derzeit von abstrakten Missbrauchsgefahren aus. Sicherheitsrisiken wie die staatliche Einflussnahme auf einen Hersteller könnten "mit technischen Mitteln nicht ausgeschlossen werden", konkrete Vorfälle seien der Bundesregierung bisher "nicht bekannt". ### BSI-Experte warnt vor Datenabfluss Im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) befasst sich Thorbjörn Schulz, Referent der Abteilung „Verkehr und Industrie 4.0“, mit vernetzten Fahrzeugen als mögliche Datensammler. „Wir müssen die Menschen dafür sensibilisieren, dass diese Daten abfließen können – und sei es für Werbezwecke oder um eine KI zu trainieren“, sagte Schulz. Die Hauptrisiken sieht der BSI-Experte in Spionageversuchen. ### Chinesische E-Autos als Datensammler Paulina Uznanska, Wissenschaftlerin am Warschauer Centre for Eastern Studies, hat 2025 Dokumente staatlicher chinesischer Stellen ausgewertet. Ihr Befund: Peking sei im Umgang mit vernetzten Autos deutlich vorsichtiger und restriktiver als viele Staaten in Europa. „China behandelt sie vor allem als Sicherheitstechnologie“, sagte Uznanska. Angesichts der steigenden Zahl vernetzter chinesischer E-Autos auf deutschen Straßen rät sie Deutschland und Europa, die Bedrohung ernst zu nehmen. Ein vernetztes Auto sei "wie eine Drohne auf Rädern", so Uznanska. Sicherheitspolitisch müssten sie genauso ernst genommen werden wie unbemannte Fluggeräte. Die Daten könnten nicht nur für China selbst interessant sein. Angesichts der zunehmend engen militärischen Kooperation Chinas mit Russland halte sie es für möglich, dass Daten von Europas Straßen auch in Russland landen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück