# Bundesratsinitiative gegen gefährliche Mutproben Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-24T12:22:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-24T12:44:23+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/bundesratsinitiative-gegen-gefaehrliche-mutproben-759577/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Mecklenburg-Vorpommern will das Verleiten Minderjähriger zu gefährlichen Challenges wie der Blackout-Challenge unter Strafe stellen. Landesjustizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) bringt dazu eine Bundesratsinitiative ein, der sich Niedersachsen bereits angeschlossen hat. ## Hintergrund: Schwere Vorfälle in Mecklenburg-Vorpommern Nach Angaben des Ministeriums kam in Mecklenburg-Vorpommern ein Junge ins Krankenhaus, nachdem ein Mitschüler ihn auf dem Schulhof bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt hatte. Die Tat sei offenbar für ein Video im Rahmen der „Blackout-Challenges“ aufgenommen worden. In einem weiteren Fall erstattete eine Mutter Anzeige, weil ihre beiden Kinder unabhängig voneinander gewürgt worden seien. Bernhardt, Landesjustizministerin, betonte, es handele sich nicht um harmlose Mutproben. „Durch das Herbeiführen von Sauerstoffmangel können innerhalb kürzester Zeit schwere Verletzungen, bleibende Schäden und sogar der Tod eintreten.“ ### Ziel: Strafrechtliche Erfassung digitaler Gefahren Die Gefahren entstünden vor allem in sozialen Netzwerken, Chats und digitalen Räumen, in denen gefährliche Handlungen als Mutproben inszeniert würden. Dort lockten Likes, Aufmerksamkeit und Reichweite. Solche Inhalte träfen auf Kinder und Jugendliche, die Risiken, Manipulation und Gruppendruck noch nicht wie Erwachsene einschätzen könnten, so die Ministerin. Mecklenburg-Vorpommern wird den Entschließungsantrag „Verleitung Minderjähriger zur Selbstschädigung mittels digitaler Medien strafrechtlich wirksam erfassen“ am Freitag in den Bundesrat einbringen. „Unser Blick richtet sich nicht auf Kinder und Jugendliche, die solche Challenges sehen oder nachahmen“, so die Ministerin. Im Fokus stünden Personen, die gezielt auf Minderjährige einwirkten, gefährliche Dynamiken initiierten oder ausnutzten und sie zu erheblicher Selbstschädigung bringen wollten. ### Forderung an die Bundesregierung Die Bundesregierung solle prüfen, ob ein eigenständiger Straftatbestand für das Verleiten Minderjähriger zur Selbstschädigung geschaffen wird. Erfasst werden solle insbesondere das gezielte Einwirken auf Minderjährige, um sie zu einer Selbsttötung oder anderen erheblichen Selbstschädigung zu bestimmen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück