# Bundesnetzagentur ermittelt gegen 77 Netzbetreiber wegen Smart-Metern Datum: 23.04.2026 18:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/bundesnetzagentur-ermittelt-gegen-77-netzbetreiber-wegen-smart-metern-706221/ --- Die Bundesnetzagentur geht gegen 77 Netzbetreiber vor, die bislang keinen einzigen intelligenten Stromzähler installiert haben sollen. Präsident Klaus Müller wirft den Unternehmen vor, klare gesetzliche Fristen missachtet zu haben und stellt Zwangsgelder in Aussicht, falls der Rollout weiter stockt. Während einzelne Stadtwerke ihre Pflichten bereits vollständig erfüllt haben, bleibt Deutschland im europäischen Vergleich beim Smart-Meter-Ausbau weit zurück. ## Ermittlungsverfahren wegen verpasster Fristen Im März hat die Bundesnetzagentur Ermittlungsverfahren gegen 77 Netzbetreiber eingeleitet, die bisher keinen intelligenten Stromzähler (Smart Meter) verbaut haben sollen. „Es geht nicht um Netzbetreiber, die trödeln, sondern um Netzbetreiber, die glasklare gesetzliche Fristen gerissen haben“, sagte Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur, dem Podcast „Klima-Labor“ von ntv. „Wenn wir keinen Fortschritt sehen, zielen unsere weiteren Maßnahmen klar auf ein Zwangsgeld ab“, so Müller weiter (Podcast „Klima-Labor“ von ntv). Müller zufolge hat die Behörde den Ausbaustand im vergangenen Jahr quartalsweise abgefragt. „Es gab also mindestens vier Haltelinien, um den Ausbau hochzurechnen und zu beschleunigen“, erklärte er im Podcast „Klima-Labor“ von ntv. Dennoch hätten Dutzende Unternehmen nach Angaben des Behördenchefs nicht mit dem Rollout begonnen. ### Reaktionen der Netzbetreiber und Verantwortung kleiner Unternehmen „Mehrere Netzbetreiber haben sich bei uns gemeldet und gesagt: Das ist alles irgendwie dumm gelaufen“, beschreibt Müller in „Klima-Labor“ von ntv die Reaktionen auf die Ermittlungsverfahren. „Aber das wollen wir nicht mehr hören. Wir wollen wissen, wann die 77 Unternehmen ihre Pflicht erfüllt haben“, betonte der Präsident der Bundesnetzagentur. Müller räumt ein, dass speziell kleinere Netzbetreiber die Einbaufristen reißen. Das seien Unternehmen, in denen der Rollout häufig von Kollegen nebenbei betreut werde. Der Chef der Netzagentur möchte die personelle Ausstattung jedoch nicht als Entschuldigung gelten lassen. „Die hätten einen Dienstleister beauftragen können“, sagte er im Podcast „Klima-Labor“ von ntv. Zugleich verweist Müller auf positive Beispiele auch unter kleineren Netzbetreibern. So hätten die Stadtwerke Lübz 2024 als erste Messstellenbetreiber Deutschlands die 100-prozentige Pflichtabdeckung erreicht. ### Selektiver Rollout und Rückstand im europäischen Vergleich Deutschland hat sich beim Einbau von intelligenten Stromzählern anders als viele europäische Nachbarn für einen selektiven Rollout entschieden. Zuerst müssen die 813 grundzuständigen Messstellenbetreiber alle privaten und gewerblichen Anwender mit einem Jahresverbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden ausstatten. Auch Anwender, die mehr als 7 Kilowatt Strom erzeugen können, sind betroffen. Dasselbe gilt für Haushalte, die ein steuerbares Gerät wie Wärmepumpe oder Batteriespeicher besitzen. Die Zielmarke für den Pflichteinbau liegt bei 90 Prozent bis Ende 2032. Die Vorgabe für Ende 2025 lag bei 20 Prozent. Diese wurde deutschlandweit betrachtet übertroffen: Laut Bundesnetzagentur sind bisher 23,3 Prozent der Pflichtfälle mit einem Smart Meter ausgestattet. Betrachtet man alle Messstellen in allen Haushalten und gewerblichen Einrichtungen, liegt die Einbauquote bei 5,5 Prozent. Deutschland gehört damit beim Smart-Meter-Rollout zu den europäischen Schlusslichtern. In Dänemark und Schweden sind bereits seit 2021 alle Haushalte mit einem intelligenten Stromzähler ausgestattet. Estland, Finnland, Italien, Luxemburg, Norwegen und Spanien standen damals bei bereits 98 Prozent; Frankreich, Lettland, Litauen, Malta, die Niederlande und Slowenien bei mehr als 80 Prozent. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück