# Bundeshaushalt 2030: Verteidigungsausgaben steigen drastisch, Schulden auch Datum: 28.04.2026 13:19 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/bundeshaushalt-2030-verteidigungsausgaben-steigen-drastisch-schulden-auch-707122/ --- Die Bundesregierung plant in den kommenden Jahren einen starken Anstieg der Verteidigungsausgaben, die den Bundeshaushalt zunehmend prägen sollen. Parallel dazu steigen Zinszahlungen und Nettokreditaufnahmen deutlich, während der finanzielle Spielraum abseits des Verteidigungsbudgets vergleichsweise gering wächst. ## Verteidigungsbudget wächst deutlich schneller als der Gesamthaushalt Für das Jahr 2027 wird nach Angaben aus Regierungskreisen mit einem Verteidigungsbudget von 105,8 Milliarden Euro gerechnet, rund 75 Prozent mehr als im zurückliegenden Jahr 2025. In den Eckwerten des Bundes, die am Mittwoch im Kabinett beschlossen werden sollen, ist für 2028 bereits mit Verteidigungsausgaben von 149,9 Milliarden Euro kalkuliert, für 2029 mit 158,9 Milliarden und für 2030 mit 179,9 Milliarden Euro. Das Gesamtvolumen des Bundeshaushalts soll den Planungen zufolge 2027 bei 543,3 Milliarden Euro liegen, 2028 bei 586,9 Milliarden, 2029 bei 588,9 Milliarden und 2030 bei 625,1 Milliarden Euro. Rechnet man die Verteidigungsausgaben heraus, würde das restliche Budget in 2030 demnach nur gut zwei Prozent höher liegen als in 2025. ### Steigende Zinskosten und höhere Einnahmen Parallel dazu steigen die Zinsausgaben deutlich. Sie sollen von 29,9 Milliarden Euro im Jahr 2025 und geplanten 30,3 Milliarden Euro in 2026 in 2027 auf 42,7 Milliarden Euro zulegen und sich bis 2030 auf 78,7 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Möglich werden sollen die Ausweitungen im Bundeshaushalt laut den Eckwerten für den Bundeshaushalt und der längerfristigen Finanzplanung durch ebenfalls kräftig ansteigende Einnahmen. Flossen 2025 noch 494,9 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt, wird für 2026 mit 524,5 Milliarden Euro und für 2027 mit 543,3 Milliarden Euro gerechnet. Im Finanzplan für 2028 wird dann mit 586,9 Milliarden Euro kalkuliert, für 2029 mit 588,9 Milliarden und für 2030 mit 625,1 Milliarden Euro. ### Mehr Schulden und unveränderte haushaltspolitische Schwerpunkte Gleichzeitig erwartet die Bundesregierung eine deutlich steigende Nettokreditaufnahme. Waren es 2025 noch 66,9 Milliarden Euro, werden 2026 voraussichtlich 98 Milliarden Euro neu aufgenommen, 2027 dann 110,8 Milliarden, 2028 134,9 Milliarden und 2029 könnten es 137,1 Milliarden Euro sein. In der Finanzplanung für 2030 erwartet das Finanzministerium schließlich eine Nettokreditaufnahme von 152,7 Milliarden Euro – deutlich mehr als doppelt so viel wie noch im Vorjahr 2025. Die haushaltspolitischen Schwerpunkte der Bundesregierung sollen demnach weitgehend unverändert bleiben: Nämlich Investitionen in mehr Wachstum, Strukturreformen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und eine Konsolidierung des Haushalts, wie es am Dienstag aus dem Finanzministerium hieß. Der Zeitplan für den Haushalt 2027 sieht einen Kabinettsbeschluss am 6. Juli vor, vom 7. bis 11. September soll die erste Lesung im Bundestag stattfinden. Am 25. September ist der erste Durchgang im Bundesrat geplant, am 12. November die Bereinigungssitzung, die zweite Haushaltswoche im Bundestag vom 23. bis 27. November. Am 18. Dezember soll der Haushalt dann im Bundesrat final beschlossen werden. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück