# Bund plant eigene Wohnungsbaugesellschaft Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-01T12:22:05+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-01T12:22:09+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/bund-plant-eigene-wohnungsbaugesellschaft-773069/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Bundesregierung verhandelt über die Gründung einer bundeseigenen Wohnungsbaugesellschaft mit mindestens einer Milliarde Euro Startkapital. Der Bund soll 51 Prozent der Anteile halten und durch Bürgschaften die Finanzierungskosten senken. Die Union kritisiert die Priorisierung des SPD-geführten Projekts, da parallel andere teure Vorhaben geplant sind. ## Bund übernimmt Mehrheit und Bürgschaften SPD und Union verhandeln derzeit über die Einrichtung einer bundeseigenen Wohnungsbaugesellschaft. Wie das Magazin berichtet, soll der Bund mindestens eine Milliarde Euro für das Vorhaben bereitstellen. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zeigt sich entschlossen, das Projekt zu finanzieren – auch gegen den Widerstand des Koalitionspartners. Geplant ist offenbar, dass der Bund 51 Prozent der Anteile an der Gesellschaft hält. Die übrigen 49 Prozent sollen externe Partner übernehmen, darunter Unternehmen oder kommunale Wohnungsbaugesellschaften. Der Bund selbst will nicht als Bauherr auftreten, sondern Aufträge an diese Partner vergeben. Durch seine hohe Bonität soll er die Zinskosten für die Projekte senken. ### Ehrenamtliche Beratung durch Vonovia-Ex-Chef Rolf Buch, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Wohnungsunternehmens Vonovia, berät das Bauministerium ehrenamtlich zu dem Vorhaben. Gegenüber dem Magazin bestätigte er, dass er für einen inhaltlichen Austausch zur Verfügung stehe. Eine finanzielle Vergütung erhalte er dafür nicht. Das Bauministerium unter Leitung von Verena Hubertz (SPD) äußerte sich auf Anfrage des Magazins nicht zu den Plänen. Die Zurückhaltung könnte auf die anhaltenden Verhandlungen mit der Union zurückzuführen sein. ### Union kritisiert Priorisierung Die Pläne der SPD stoßen bei CDU und CSU auf Kritik. Laut Angaben sollen auch dort Vorhaben für das kommende Jahr realisiert werden, darunter ein Kaufkraftausgleich bei der Einkommensteuer und die fast vollständige Abschaffung der Stromsteuer für Privatkunden. Diese Maßnahmen würden den Bund fast acht Milliarden Euro kosten. Finanzminister Klingbeil hatte signalisiert, diese Projekte nur umzusetzen, wenn konkrete Finanzierungsvorschläge vorgelegt werden. Ein Unionspolitiker sagte dem Magazin, es sei erstaunlich, dass plötzlich Haushaltsmittel für die Wohnungsbaugesellschaft verfügbar seien – just für ein Vorhaben eines SPD-geführten Ministeriums. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück