# Briefporto könnte 2027 auf über einen Euro steigen Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-12T14:16:53+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-12T14:16:53+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/briefporto-koennte-2027-auf-ueber-einen-euro-steigen-765935/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Bundesnetzagentur plant Rekordaufschlag von 20,35 Prozent für Briefe Ab Januar 2027 könnte das Porto für einen Standardbrief in Deutschland erstmals die Marke von einem Euro überschreiten. Wie die Berliner Zeitung berichtet, hat die Bundesnetzagentur am Montag in Bonn einen Entwurf vorgelegt, der der Deutschen Post eine durchschnittliche Preiserhöhung von 20,35 Prozent für Briefe erlaubt. Dies wäre der höchste Aufschlag, den die Behörde jemals in Aussicht gestellt hat. Bisher lag der Rekord bei 10,48 Prozent im Jahr 2025. Die Post hat solche Spielräume in der Vergangenheit stets voll ausgeschöpft, sodass Kunden mit einer deutlichen Teuerung rechnen müssen. ## Standardbrief könnte auf 1,14 Euro steigen Derzeit kostet eine Briefmarke für den Standardbrief 95 Cent. Bei einer gleichmäßigen Verteilung des Aufschlags würde der Preis auf etwa 1,14 Euro steigen. Denkbar sind laut Bundesnetzagentur aber auch glatte 5-Cent-Schritte, also 1,10 oder 1,15 Euro. Wie die Post die Erhöhung konkret auf die verschiedenen Briefarten verteilt, bleibt ihr überlassen, solange der Durchschnittswert eingehalten wird. Für Pakete von Privatkunden sind 10,72 Prozent mehr vorgesehen. ### Briefmengen brechen dramatisch ein Hintergrund der Preiserhöhung ist der anhaltende Rückgang der Briefmengen. Wie Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller erklärte, sind die stark sinkenden Sendungszahlen ein wesentlicher Grund für das steigende Porto. 2005 wurden in Deutschland noch 16,9 Milliarden Briefe verschickt, 2025 waren es nur noch knapp 9,4 Milliarden. In den Niederlanden ist die Briefmenge binnen 20 Jahren sogar um 70 Prozent eingebrochen, wie die dpa berichtet. Rechnungen, Kontoauszüge und Behördenpost werden zunehmend digital versendet. ### Deutsches Porto bleibt im EU-Vergleich günstig Trotz des Rekordaufschlags bleibt der deutsche Brief im internationalen Vergleich günstig. In Österreich kostet der Standardbrief bereits einen Euro, in den Niederlanden 1,40 Euro und in Frankreich sogar 1,52 Euro – ab Jahreswechsel steigt der Preis dort auf 1,67 Euro. Die neuen Preise in Deutschland sind jedoch noch nicht endgültig beschlossen. Zunächst können sich Post und Wettbewerber zum Entwurf äußern, bevor die Bundesnetzagentur den endgültigen Spielraum festlegt. Die Post beantragt dann die konkreten Preise für jede Briefart, die bei Einhaltung des Rahmens in der Regel binnen vier Wochen genehmigt werden. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück