# Brantner wirft Merz fahrlässiges Aus für FCAS-Projekt vor Datum: 17.06.2026 00:09 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/brantner-wirft-merz-fahrlaessiges-aus-fuer-fcas-projekt-vor-723195/ --- Grünen-Chefin Franziska Brantner hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) scharf dafür kritisiert, das deutsch-französische Kampfjetprojekt FCAS zu beenden, ohne eine überzeugende Alternative vorzulegen. Sie sieht darin einen schweren Rückschlag für die europäische Verteidigungszusammenarbeit und wirft Merz vor, zentrale politische und historische Dimensionen des Projekts vernachlässigt zu haben. ## Kritik an Ende von FCAS Grünen-Chefin Franziska Brantner wirft Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vor, das Kampfjetprojekt FCAS mit Frankreich zu leichtfertig beendet zu haben. FCAS sei aus ihrer Sicht weit mehr gewesen als ein gemeinsames Rüstungsvorhaben. „FCAS war nie nur ein Rüstungsprojekt, sondern eines der wichtigsten europäischen Zukunftsprojekte für gemeinsame Handlungsfähigkeit in der Verteidigung“, sagte Brantner der „Süddeutschen Zeitung“. Brantner erinnerte daran, dass es bei der deutsch-französischen Kooperation bereits länger unterschiedliche Interessen gegeben habe. Dass die Interessen auseinandergingen, sei ihrer Einschätzung nach nicht überraschend – Frankreich sei Atommacht und habe mit Dassault einen eigenen Hersteller. Hintergrund ist ein Streit zwischen Dassault und Airbus Defence aus Deutschland, die sich nicht über die Führung bei dem Projekt einigen konnten. Dassault beanspruchte diese für sich, da man viel mehr Erfahrung in dem Geschäft habe. ### „Erschreckend“ fehlende politische Lösungskraft Brantner kritisierte, dass die Politik aus ihrer Sicht nicht in der Lage gewesen sei, diesen Konflikt zu lösen. „Erschreckend ist, dass die Politik nicht die Kraft hatte, eine Lösung zu finden. Dafür trägt Bundeskanzler Merz große Mitverantwortung“, sagte Brantner der „Süddeutschen Zeitung“. Sie verband ihre Kritik mit einem Hinweis auf die besondere Rolle des französischen Partners. Man solle sich, so Brantner, auch in Erinnerung rufen, mit wem man es bei Dassault zu tun habe. „Der Firmengründer Marcel Dassault, geboren als Marcel Bloch, stammte aus einer jüdischen Familie, verweigerte den deutschen Besatzern die Mitarbeit und überlebte das Konzentrationslager Buchenwald.“ Diese Geschichte sei Teil der deutsch-französischen Beziehung – ein Grund mehr, eine solche Kooperation mit politischer Sensibilität zu führen, sagte Brantner der „Süddeutschen Zeitung“. ### Warnung vor einseitiger Ausrichtung auf F-35 Kritisch äußerte sich Brantner auch zu Überlegungen, nach dem Scheitern von FCAS zusätzliche US-Kampfjets zu beschaffen. Wer nun nach dem Scheitern wie Merz einen Kauf weiterer US-F-35-Kampfjets ins Spiel bringe, verwechsele nach ihrer Darstellung Aufrüstung mit Souveränität. „Das Argument, das geistige Eigentum müsse zwingend uns gehören, überzeugt nicht: Bei der F-35 gehört es uns auch nicht. Warum also keine faire Aufteilung mit Frankreich, bei der mal die eine, mal die andere Seite führt?“, merkte Brantner in der „Süddeutschen Zeitung“ an. Aus Brantners Sicht bleibt ein Grundsatz bestehen: Europäische Verteidigung werde ohne Frankreich nicht funktionieren – „und gegen Frankreich erst recht nicht“. Genau das habe Merz aus dem Blick verloren, so ihre Kritik in der „Süddeutschen Zeitung“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück