Der Technologiekonzern Bosch schließt seine beiden Forschungsbüros in Tel Aviv und Haifa und zieht sich damit aus Teilen der israelischen Forschungslandschaft zurück. Nach einem Bericht des „Handelsblatts“ handelt es sich um die ersten Standortschließungen des Unternehmens im Ausland und um das erste deutsche Großunternehmen, das sich seit der Pandemie aus der israelischen Forschungslandschaft zurückzieht. Zehn Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz; auf dem Höhepunkt beschäftigte Bosch an beiden Standorten rund 30 Personen.
Bosch bündelt KI-Kompetenz an anderen Standorten
Die beiden Forschungsbüros in Tel Aviv und Haifa waren 2018 als Teil des Bosch Centre of Artificial Intelligence gegründet worden. Ziel war es, Zugang zum israelischen Start-up-Ökosystem und zu Spitzenforschung zu erhalten. Geforscht wurde an den Schnittstellen von KI, Sensorik und Automatisierung.
Auf Anfrage des „Handelsblatts“ begründete Forschungschef Udo-Martin Gómez den Schritt mit einer strategischen Neuausrichtung. Mittlerweile habe sich die KI-Kompetenz weltweit auf starke Zentren in China und den USA wie auch, gerade bei der physischen KI, auf Europa konzentriert. „Entsprechend bündele man in der Bosch-Konzernforschung die KI-Kompetenz“, sagte Gómez dem „Handelsblatt“.
Keine wirtschaftlich tragbaren Optionen vor Ort
Gómez sagte weiter, man bedauere, „dass sich vor Ort keine wirtschaftlich tragbaren Optionen ergeben hätten, die eine Fortführung der lokalen Forschungsaktivitäten langfristig rechtfertigen würden“. Intern kommuniziert wurde die Schließung im Januar 2026, endgültig vollzogen werden soll sie Ende Juni.
Weitere Präsenz in Israel bleibt bestehen
Trotz der Schließung der Forschungsbüros bleibt Bosch nach Angaben des „Handelsblatts“ mit rund 400 Mitarbeitern in Israel präsent. Dazu zählen unter anderem die Tochtergesellschaft Elmo Motion Control und die Wagniskapitalgesellschaft Bosch Ventures.