# Boris Pistorius macht Kommunalwahlkampf für die SPD in Osnabrück und wirbt für politische Haltung Datum: 22.07.2026 09:01 Kategorie: Aktuell URL: https://hasepost.de/boris-pistorius-macht-kommunalwahlkampf-fuer-die-spd-in-osnabrueck-und-wirbt-fuer-politische-haltung-734714/ --- Mit deutlichen Worten für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine starke kommunale Wohnungspolitik haben Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius sowie die SPD-Kandidaten Robert Alferink und Alexander Bartz am Dienstagabend (21. Juli) bei einer Wahlkampfveranstaltung vor dem Coppenrath Innovation Center im Lokviertel Osnabrück für ihre politischen Ziele geworben. Während Pistorius im Gespräch mit Susanne Hambürger dos Reis die Bedeutung der Friedensstadt Osnabrück für seine politische Haltung hervorhob, rückte Alferink die Wohnungsfrage als eine der drängendsten Aufgaben der Kommunalpolitik in den Mittelpunkt. ## Friedensstadt prägt politische Haltung Für Boris Pistorius ist Osnabrück weit mehr als seine Heimatstadt. Die Friedensstadt begleite ihn auch bei internationalen Gipfeln und politischen Gesprächen. „Ich erzähle immer wieder, wo ich herkomme“, sagte der Bundesverteidigungsminister. Nicht, weil jeder Osnabrück kenne, sondern weil ihn die Geschichte und die Werte der Stadt geprägt hätten. Gerade als Verteidigungsminister werde ihm häufig unterstellt, militärisches Denken in den Vordergrund zu stellen und ein Kriegstreiber zu sein. Dem widersprach Pistorius entschieden. „Ich bin der Letzte, der einen Krieg will. Schon deshalb nicht, weil ich in der Friedensstadt Osnabrück sozialisiert bin. Ich weiß, dass Frieden immer möglich sein muss.“ Gleichzeitig warnte er davor, Bedrohungen auszublenden. Die aktuelle Sicherheitslage sei nicht von Deutschland verursacht worden, sondern durch Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. „Eine Gefahr wird größer, aber nicht kleiner, wenn man sie ignoriert“, sagte Pistorius. Frieden lasse sich dauerhaft nur sichern, wenn ein Land im Ernstfall auch verteidigungsfähig sei. Er erinnerte dabei an Willy Brandt und Helmut Schmidt, die Entspannungspolitik stets mit einer glaubwürdigen Abschreckung verbunden hätten. „Wer Frieden will, muss sich aber in der Lage sehen, sich im Zweifel auch verteidigen zu müssen“, betonte Boris Pistorius. Langfristig bleibe Abrüstung zwar das Ziel. Dafür brauche es allerdings einen Gesprächspartner, der zu Verhandlungen bereit sei. ### Respekt als Stärke der Friedensstadt Nicht nur die internationale Friedenspolitik, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander war Thema der Veranstaltung. Robert Alferink, OB-Kandidat der SPD, berichtete von seinen zahlreichen Haustürbesuchen im Kommunalwahlkampf. Nach eigenen Angaben hat er seit Jahresbeginn rund 20.000 solcher Haustürbesuche absolviert. Dabei habe ihn vor allem der respektvolle Umgang der Menschen beeindruckt. „Von all diesen vielen Gesprächen kann ich an einer Hand abzählen, wie viele Gespräche nicht respektvoll verlaufen sind“, sagte Alferink. Unabhängig von politischen Überzeugungen würden die Menschen in Osnabrück offen und freundlich miteinander sprechen. Dies sei Ausdruck dessen, was die Friedensstadt ausmache. Auch Alexander Bartz, Landratskandidat der SPD, bestätigte diesen Eindruck. Er erlebe die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis als offen und diskussionsbereit. Gleichzeitig appellierte er eindringlich an alle Wahlberechtigten, ihre Stimme abzugeben. „Bitte gehen Sie wählen“, sagte Bartz. Extremistische Parteien dürften keinen weiteren Einfluss gewinnen. ### Pistorius: Demokratie braucht Zuversicht Mit großer Leidenschaft warb Boris Pistorius anschließend für die Demokratie. Er beobachte in Deutschland häufig eine schlechte Stimmung, obwohl viele Menschen in einem international vergleichsweise wohlhabenden Land lebten. Natürlich gebe es Probleme, die gelöst werden müssten. Das dürfe aber kein Grund sein, extremistische Parteien zu wählen. „Nur weil in einem Land bestimmte Dinge nicht funktionieren, ist das doch kein Grund, Rassisten und Faschisten zu wählen“, sagte Pistorius unter dem Beifall der Zuhörerinnen und Zuhörer. Besonders wichtig seien deshalb die anstehenden Kommunalwahlen. „Demokratie stirbt von unten“, warnte der Minister. Wenn sich Menschen aus Angst vor Bedrohungen aus der Kommunalpolitik zurückzögen oder immer weniger Bürger zur Wahl gingen, gerate das Fundament der Demokratie in Gefahr. Er appellierte deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger, demokratische Parteien zu unterstützen. „Entscheidungen haben Konsequenzen“, sagte Pistorius. Demokratie lebe von Kompromissen. Nicht jede Partei könne alle ihre Forderungen vollständig umsetzen. Genau darin liege jedoch ihre Stärke. ### Kommunale Wohnungen gegen steigende Mieten Robert Alferink machte deutlich, dass für ihn die Schaffung bezahlbaren Wohnraums zu den wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre gehört. Ziel sei es, den kommunalen Wohnungsbestand deutlich auszubauen. Bis 2030 solle die kommunale Wohnungsgesellschaft WiO rund 1.000 Wohnungen errichten. Langfristig wolle die SPD den Bestand wieder auf rund 3.500 Wohnungen erhöhen. „Nur so kriegen wir es hin, Mieten tatsächlich auch vorzuhalten, die Menschen noch bezahlen können“, sagte Alferink. Er verwies auf die inzwischen stark gestiegenen Mietpreise im Neubau. „Im Neubau haben wir Mietpreise von 18 Euro den Quadratmeter kalt. Wer soll sich das denn leisten können?“, fragte er. Familien mit durchschnittlichem Einkommen könnten sich solche Wohnungen kaum noch leisten. Neben dem Neubau setzt die SPD auf weitere Maßnahmen. So soll beispielsweise ein qualifizierter Mietspiegel Mieterinnen und Mietern bessere Möglichkeiten geben, gegen überhöhte Mieten vorzugehen. Außerdem will die Stadt stärker gegen die Zweckentfremdung von Wohnraum vorgehen. Viele Wohnungen würden dauerhaft als Ferienunterkünfte vermietet und stünden dem regulären Wohnungsmarkt dadurch nicht mehr zur Verfügung. „Man muss anfangen“, sagte der OB-Kandidat. Mit kommunalem Wohnungsbau, Förderprogrammen und einer konsequenten Wohnungspolitik könne die Stadt Schritt für Schritt wieder mehr Einfluss auf den Wohnungsmarkt gewinnen. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück