# BKA warnt vor aggressiver „Generation-Z-Mafia“ in Deutschland Datum: 14.07.2026 15:54 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/bka-warnt-vor-aggressiver-generation-z-mafia-in-deutschland-732426/ --- BKA-Präsident Holger Münch warnt vor einem grundlegenden Wandel der organisierten Kriminalität in Deutschland. In Berlin träten Täter nach seinen Worten jünger, aggressiver und offensiver auf als frühere Generationen und inszenierten sich zunehmend in sozialen Medien. Parallel beobachtet das Bundeskriminalamt eine wachsende Professionalisierung krimineller Strukturen nach dem Prinzip „Crime as a Service“ sowie eine verstärkte Rekrutierung junger Menschen für schwere Straftaten. Zudem sieht Münch eine deutlich veränderte Bedrohungslage durch ausländische Akteure und einen massiven Anstieg von Spionageverdachtsfällen. ## „Generation-Z-Mafia“ und Wandel der Strukturen BKA-Präsident Holger Münch spricht mit Blick auf türkisch dominierte Gruppierungen der organisierten Kriminalität in Berlin von einer neuen Tätergeneration. „Wir sprechen in diesem Zusammenhang von einer `Generation-Z-Mafia`“, sagte Münch der „Welt am Sonntag“. Die Täter seien jünger, aggressiver und träten offensiver auf als frühere Generationen. Hinzu komme, dass sie sich zunehmend über soziale Medien inszenierten. Das diene dazu, Rivalen einzuschüchtern und den eigenen Ruf innerhalb der Szene zu stärken. Während für die organisierte Kriminalität früher Diskretion prägend gewesen sei, erlebe man bei jüngeren Tätern teilweise das Gegenteil. Münch ordnet diese Entwicklung in einen umfassenderen Wandel der Strukturen ein. „Wir sprechen von `Crime as a Service`: Straftaten werden ausgelagert“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Kriminelle spezialisierten sich auf einzelne Aufgaben und agierten arbeitsteilig. Einzelne kümmerten sich um Logistik, andere um Geldwäsche, wieder andere um Gewalt. Digitale Kommunikation mache das „heute sehr einfach“. ### Rekrutierung junger Täter und Waffenschmuggel Besonders besorgniserregend sei nach den Worten von Münch, dass junge Menschen für schwere Straftaten angeworben würden. Die Täter seien oft junge Menschen, die häufig gar nicht überblickten, welche Folgen ihr Handeln habe. Sie ließen sich für vergleichsweise wenig Geld für schwerste Straftaten instrumentalisieren. Das Phänomen sei inzwischen auch in Deutschland angekommen. „Wir hatten bereits Fälle in Deutschland, in denen dieses Phänomen eine Rolle spielte“, sagte der BKA-Präsident der „Welt am Sonntag“. Die Täter seien aus den Niederlanden gekommen und angeworben worden, um in Deutschland schwere Straftaten zu begehen. Deshalb nehme man diese Entwicklung „sehr ernst“. Zur wachsenden Zahl von Schusswaffen erklärte Münch gegenüber der „Welt am Sonntag“: „Wir beobachten seit einigen Jahren, dass scharfe Schusswaffen vor allem als umgebaute ehemalige Schreckschusswaffen sowie täuschend echt nachgebaute Waffen aus der Türkei nach Europa gelangen. Dieses Phänomen beschäftigt uns derzeit sehr intensiv.“ Nach den Erkenntnissen des BKA würden sie überwiegend auf dem Landweg nach Deutschland geschmuggelt. ### Deutlich veränderte Bedrohungslage durch Spionage Sorgen macht dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes auch das Agieren ausländischer Akteure. Die Bedrohungslage habe sich „sehr deutlich“ verändert, sagte Münch der „Welt am Sonntag“. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges beobachte man einen erheblichen Anstieg von Spionageverdachtsfällen. 2022 registrierte das BKA 20 Spionageverdachtsfälle, 2025 waren es bereits 474. Daran lasse sich erkennen, wie stark sich das Lagebild seit Beginn des Ukraine-Krieges verändert habe. Dies liege auch daran, dass man genauer hinschaue und Anhaltspunkte für eine fremdstaatliche Steuerung prüfe. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück