# Binnenschifffahrt 2025: Gütertransport sinkt auf Rekordtief seit 1990 Datum: 25.03.2026 08:39 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/binnenschifffahrt-2025-guetertransport-sinkt-auf-rekordtief-seit-1990-695478/ --- Die Binnenschifffahrt in Deutschland hat im Jahr 2025 weniger Güter transportiert als im Vorjahr. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) sank das Transportaufkommen um 1,3 Prozent auf 171,6 Millionen Tonnen und erreichte damit den niedrigsten Wert seit der deutschen Vereinigung 1990. Besonders deutlich war der Rückgang beim Versand von Gütern ins Ausland, während der innerdeutsche Verkehr weitgehend stabil blieb. ## Geringstes Transportaufkommen seit 1990 Im Jahr 2025 wurden auf den deutschen Binnenwasserstraßen insgesamt 171,6 Millionen Tonnen Güter befördert, nach 173,8 Millionen Tonnen im Jahr 2024. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mitteilte, entsprach dies einem Rückgang um 1,3 Prozent. Das war der niedrigste Wert seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990. Der Rückgang des Transportaufkommens ist in erster Linie auf den Güterversand ins Ausland zurückzuführen. Die dorthin beförderte Menge sank auf 41,1 Millionen Tonnen und lag damit 4,8 Prozent unter dem Vorjahreswert. Demgegenüber stieg die aus dem Ausland nach Deutschland transportierte Gütermenge mit 77,0 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr nur leicht um 0,6 Prozent. Der innerdeutsche Verkehr blieb mit 42,8 Millionen Tonnen nahezu unverändert und verzeichnete ein Plus von 0,2 Prozent. Der Transitverkehr verringerte sich dagegen stark auf 10,7 Millionen Tonnen, ein Rückgang um 5,4 Prozent. ### Massengüter prägen das Transportgeschehen Nach Ladungsarten betrachtet prägten im Jahr 2025 die trockenen Massengüter wie Steine und Erden, Erze oder Kohle mit 92,5 Millionen Tonnen das Transportgeschehen in der Binnenschifffahrt. Gegenüber dem Vorjahr bedeutete dies ein Minus von 1,5 Prozent, der Anteil am gesamten Transportaufkommen lag bei 53,9 Prozent. Flüssige Massengüter wie flüssige Mineralölerzeugnisse oder Chemikalien erreichten 49,0 Millionen Tonnen, ein Rückgang um 1,9 Prozent, und machten 28,5 Prozent des Gesamtaufkommens aus. Der Containerverkehr kam auf eine Gütermenge von 16,6 Millionen Tonnen und lag damit 1,0 Prozent unter dem Vorjahreswert. Sein Anteil am gesamten Transportaufkommen betrug 9,7 Prozent. Die übrigen Ladungsarten summierten sich auf 13,5 Millionen Tonnen, ein Zuwachs um 2,4 Prozent, und erreichten einen Anteil von 7,9 Prozent am Gesamtaufkommen. Zu den bedeutendsten Gütergruppen der Binnenschifffahrt zählten im Jahr 2025 flüssige Mineralölerzeugnisse (Motorentreibstoffe, Heizöle und andere Mineralöle) mit einer transportierten Menge von 27,8 Millionen Tonnen, das waren 2,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Es folgten Steine und Erden mit 20,0 Millionen Tonnen (-0,7 Prozent), Eisenerze mit 17,7 Millionen Tonnen (-12,7 Prozent) sowie Kohle mit 16,1 Millionen Tonnen (+5,9 Prozent). Insgesamt entfiel damit knapp die Hälfte (47,5 Prozent) des gesamten Transportaufkommens auf diese vier Warengruppen. ### ARA-Häfen dominieren den Auslandsverkehr Einen besonders großen Stellenwert im Verkehr mit dem Ausland haben die sogenannten „ARA-Häfen“ Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam. Zwischen dem Hafen in Rotterdam und Deutschland wurden 2025 auf Binnenschiffen 57,2 Millionen Tonnen Güter transportiert (Empfang und Versand von Gütern). Damit war Rotterdam der mit Abstand wichtigste Hafen im grenzüberschreitenden Verkehr in der Binnenschifffahrt. Auf Rang 2 folgte Antwerpen mit 17,7 Millionen Tonnen und auf Rang 3 Amsterdam mit 9,0 Millionen Tonnen. Damit entfielen insgesamt 84,0 Millionen Tonnen – und somit 71,1 Prozent der insgesamt 118,1 Millionen Tonnen im Verkehr mit dem Ausland transportierten Güter – auf diese drei Häfen. Mehr als die Hälfte (55,1 Prozent) des gesamten Transportaufkommens entfiel 2025 auf Binnenschiffe unter niederländischer Flagge. Schiffe unter deutscher Flagge kamen auf einen Anteil von knapp einem Drittel (31,7 Prozent). ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück