Mit einer besonders perfiden Masche haben Telefonbetrüger in Osnabrück erneut hohe Beute gemacht. Die Täter richten sich inzwischen gezielt an russischsprachige Bürgerinnen und Bürger und sprechen ihre Opfer direkt in deren Muttersprache an. Allein im Stadtteil Schinkel kam es innerhalb weniger Tage zu zwei Fällen mit erheblichen finanziellen Schäden.
Seniorin übergibt Bargeld an Abholer
Am 21. Mai erhielt eine 85-jährige Osnabrückerin einen Anruf von Betrügern. Die Anrufer sprachen Russisch und setzten die Seniorin derart unter Druck, dass sie schließlich eine hohe vierstellige Bargeldsumme an einen angeblichen Boten übergab. Der Mann wurde als großgewachsen beschrieben und soll akzentfreies Russisch gesprochen haben.
Bereits am darauffolgenden Morgen wurden ein 87-jähriger Mann und seine 85-jährige Ehefrau Opfer derselben Betrugsmasche. Das Ehepaar verlor Vermögenswerte im Gesamtwert von mehr als 90.000 Euro. Der Abholer wird als männlich und etwa 30 bis 35 Jahre alt beschrieben. Er sprach gutes Russisch mit einem unbekannten Akzent, hatte kurze schwarze Haare sowie einen Bart. Zudem fiel er durch seine gebräunte Haut auf. Zum Tatzeitpunkt trug er ein dunkles Hemd und eine dunkle Hose.
Nach Angaben der Polizei geben sich die Täter häufig als Polizeibeamte, Bankmitarbeiter oder Angehörige aus. Sie behaupten beispielsweise, ein Familienmitglied habe einen schweren Unfall verursacht und könne nur durch die Zahlung einer hohen Kaution vor einer Haftstrafe bewahrt werden. In anderen Fällen warnen sie vor angeblichen Einbrechern und fordern die Herausgabe von Bargeld oder Wertsachen zur „Sicherung“.
Polizei warnt eindringlich
Die Ermittler appellieren insbesondere an ältere Menschen und deren Angehörige, wachsam zu bleiben. Die Polizei werde niemals Bargeld, Schmuck oder Gold zur Verwahrung verlangen. Wer Zweifel an einem Anruf hat, sollte das Gespräch sofort beenden und die Polizei eigenständig über bekannte Rufnummern kontaktieren. Außerdem rät die Polizei dringend davon ab, am Telefon Auskünfte über Vermögenswerte zu erteilen oder sich unter Druck setzen zu lassen.
Die Ermittler suchen weiterhin Zeugen, die unter 0541/327-3303 Hinweise auf den beschriebenen Abholer oder verdächtige Beobachtungen im Zusammenhang mit den Taten gemacht haben.
Mehr Nachrichten aus der Region?
➡️ Alle aktuellen Artikel zu Osnabrück - Schinkel finden Sie hier.