# Berliner Hackerangriff: 1,44 Millionen Dateien im Darknet Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-09-07T14:17:36+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-09-07T14:17:36+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/berliner-hackerangriff-144-millionen-dateien-im-darknet-752777/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Sensible Daten der Berliner Verwaltung veröffentlicht – auch zu kritischer Infrastruktur Ein falscher Klick auf eine Phishing-E-Mail löste den schwersten Cyberangriff auf die Berliner Verwaltung aus. Wie der Tagesspiegel rekonstruiert, drangen die Täter der Gruppe Rhysida zwischen dem 7. und 12. August unbemerkt in Teile des Landesnetzes ein und schöpften Daten ab. Betroffen waren vor allem die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung sowie für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz. Erst am 14. August wurde der Angriff bemerkt, drei Tage später machte der Senat ihn öffentlich. Die Hacker forderten zunächst 30 Bitcoin, umgerechnet rund zwei Millionen Euro, als Lösegeld. Da Berlin nicht zahlte, veröffentlichten sie am 4. September rund 1,44 Millionen Dateien mit einem Umfang von 5,8 Terabyte im Darknet, wie heise.de und das Handelsblatt berichten. ## Geleakte Daten bedrohen kritische Infrastruktur Unter den geleakten Daten befinden sich nicht nur personenbezogene Informationen wie gescannte Reisepässe, Arbeitsverträge oder Krankmeldungen, sondern auch hochsensible Unterlagen. Laut Tagesspiegel und heise.de sind darunter Details zur Berliner Wasserversorgung, Heizkraftwerken, Tanklagern, Notstromanlagen, Umspannwerken, Gefängnissen sowie zu Rüstungsunternehmen und der Bundeswehr. Der Chaos Computer Club (CCC) warnt vor Identitätsdiebstahl und gezielten Phishing-Angriffen, wie n-tv.de berichtet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sieht eine erhöhte Bedrohungslage für die Gesellschaft und betont, dass solche Daten von fremden Mächten oder Terroristen missbraucht werden könnten. ### Wochenlange Systemausfälle in Berliner Verwaltungen Die Folgen des Angriffs sind bereits spürbar: Für rund eine Woche waren die betroffenen Senatsverwaltungen vom Landesnetz isoliert, was unter anderem zu Verzögerungen bei der Auszahlung von Wohngeld für 50.000 Haushalte führte. Wie n-tv.de weiter berichtet, wurden nach der ersten Datenveröffentlichung am Freitag vorsorglich Sicherheitsmaßnahmen nachgeschärft, was zu kurzfristigen Einschränkungen bei der Nutzung von Fachverfahren führte. Am Wochenende schaltete sich auch die Bundesregierung ein und bestätigte, dass die eigenen Systeme nach bisherigem Stand nicht betroffen seien. Dennoch werden die Informationen kontinuierlich mit den Sicherheitsbehörden von Bund und Land abgeglichen. ### Optionen für die Regierungsbildung IT-Experten wie Manuel Atug werfen dem Land Berlin schwere Versäumnisse vor. Atug, der 2023 und 2025 als Sachverständiger im Berliner Innenausschuss geladen war, hatte damals bereits auf eklatante Sicherheitslücken hingewiesen, wie heise.de zitiert. Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz sprach im Handelsblatt von einem „echten Daten-Super-GAU“ und forderte personelle Konsequenzen, falls sich herausstellen sollte, dass Schutzmechanismen bewusst nicht eingehalten wurden. Auch die Bundesregierung stehe in der Kritik, da trotz wiederholter Warnungen bekannte Sicherheitslücken nicht geschlossen worden seien. ### Berlin richtet Krisenstab für Datenleak ein In Berlin wurde unterdessen eine Steuerungseinheit eingerichtet, um die Sichtung und Bewertung der geleakten Daten zu koordinieren. Betroffene sollen per E-Mail und Brief informiert werden. Die Senatsverwaltung bestätigte am 1. September, dass auch Passwörter abgeflossen seien, weshalb Mitarbeiter der betroffenen Verwaltungen derzeit nicht aus dem Home Office arbeiten können. Alle 12.000 Systeme des Landes Berlin würden derzeit rund um die Uhr überprüft, wie heise.de berichtet. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück