# Berlin: Mutter aus Polen stirbt bei CSD-Anschlag Datum: 27.07.2026 18:17 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/berlin-mutter-aus-polen-stirbt-bei-csd-anschlag-736020/ --- 65-Jährige mit Tochter unterwegs – Tatverdächtiger Abdul B. erschossen Am Samstagabend ist am Rande des Christopher Street Day (CSD) in Berlin ein weißer Transporter in eine Menschenmenge gefahren. Dabei kam eine 65-jährige Frau aus Polen ums Leben, wie der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) am Sonntag bestätigte. Die Frau war mit ihrer erwachsenen Tochter in der Hauptstadt, die bei dem Anschlag verletzt wurde, aber nicht in Lebensgefahr schwebt. Wegner äußerte seine Anteilnahme gegenüber dem polnischen Geschäftsträger Jan Tombinski und betonte, der Anschlag sei durch Hass motiviert. Polen reagierte mit Bestürzung und bot der Familie konsularische Unterstützung an, wie der Sprecher des Außenministeriums in Warschau mitteilte. Die offizielle Identifizierung der Toten steht noch aus, da Angehörige die Leiche in der Rechtsmedizin noch nicht gesehen haben, wie der Tagesspiegel berichtet. ## Islamistischer Gefährder seit Jugend bekannt Der mutmaßliche Täter, der 21-jährige Abdul B., wurde am Sonntagabend bei einem Polizeieinsatz in einer Kleingartenanlage in Berlin-Spandau erschossen. Laut Polizei ging er mit einer Stichwaffe auf die Einsatzkräfte zu, woraufhin das SEK das Feuer eröffnete. B. war deutscher Staatsbürger mit libanesischem Hintergrund und galt als islamistischer Gefährder, wie die Tagesschau unter Berufung auf NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung berichtet. Er soll bereits seit seinem 16. Lebensjahr dem Verfassungsschutz bekannt gewesen sein und mehrfach versucht haben, sich dem „Islamischen Staat“ (IS) anzuschließen. Im Juli 2025 war er im Libanon wegen Anstiftung zu religiösen Konflikten zu drei Monaten Haft verurteilt worden. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland im November 2025 wurde er erneut festgenommen und im Mai 2026 zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt. Da er sich in einer sogenannten Vorbewährung befand, kam er auf freien Fuß und hatte Auflagen wie die Teilnahme an einem Deradikalisierungsprogramm zu erfüllen. ### Zweiter Verdächtiger nach Prüfung entlastet Neben Abdul B. war zunächst eine zweite Person festgenommen worden, ein Mann mit iranischer Staatsbürgerschaft. Der Tatverdacht gegen ihn bestätigte sich jedoch nicht, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem islamistischen Terroranschlag und betonte, dass aktuell von keiner weiteren Gefährdung auszugehen sei. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen und prüft mögliche Hintermänner oder Mitwisser. Der Anschlag ereignete sich außerhalb des abgesicherten CSD-Geländes, wie Wegner und Dobrindt übereinstimmend erklärten. Die Tat traf Menschen, die sich im Tiergarten aufhielten oder sich zum Festivalgelände bewegten. ### Trauer und Solidarität nach Anschlag auf CSD-Besucher Am Tatort und an verschiedenen Gedenkorten in Berlin legten Trauernde Blumen nieder. Notfallseelsorger berichteten von einer ruhigen Atmosphäre, in der viele Menschen ihre Erfahrungen teilen und Unterstützung suchen würden, wie der Tagesspiegel schreibt. Einige erlebten den Anschlag als Angriff auf die queere Community, was alte Traumata und Ängste auslöste. Die Charité teilte mit, dass die meisten Verletzten auf dem Weg der Besserung seien, ein Patient befinde sich jedoch weiterhin auf der Intensivstation. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück