Im Bundeswirtschaftsministerium wächst offenbar der Unmut über die Amtsführung von Ministerin Katherina Reiche (CDU). Bei einer Personalversammlung kritisierten mehrere Beamte die Ministerin scharf und beklagten unter anderem eine hohe Belastung und mangelnde Einbindung. Das berichtet das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) unter Berufung auf mehrere Teilnehmer.
Kritik an Belastung und internen Turbulenzen
Personalratschefin Viktoria Ludwig soll nach Angaben des „Handelsblatts“ in der Versammlung gesagt haben, die Entwicklung belaste die Kollegen. „Zunehmend führe das zu gesundheitlicher Betroffenheit. Die internen Turbulenzen wögen schwer“, wird sie von der Zeitung zitiert.
Die Kritik an Katherina Reiche bezieht sich dem Bericht zufolge unter anderem darauf, dass besonders viele externe Personen im Ministerium eingestellt würden. Außerdem fühlten sich Beamte in den Fachabteilungen von der Ministerin teilweise abgekoppelt.
Eine Ministerielle aus der Abteilung Wirtschaftspolitik sagte laut „Handelsblatt“ in der Versammlung, sie fühle sich „nicht ernst genommen“.
Ministerin sucht Verständnis für ihren Kurs
Reiche soll laut „Handelsblatt“ auf die Kritik zum Teil verständnisvoll reagiert haben. „Sie verteidige dieses Haus bei jeder sich bietenden Gelegenheit“, soll sie in der Versammlung gesagt haben. Das Ministerium sei geprägt von „hoher Professionalität“. Dafür habe sie sich bedankt.
Zugleich warb Reiche laut Bericht um Verständnis für ihr Vorgehen. Zur hohen Arbeitslast erklärte sie demnach, dies sei Folge der schwierigen wirtschaftlichen Lage. „Man könne sich dem auch nicht entziehen“, soll sie gesagt haben.
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