# Bayern startet Bundesratsinitiative gegen Rosinenpickerei im Bahnfernverkehr Datum: 23.07.2026 09:54 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/bayern-startet-bundesratsinitiative-gegen-rosinenpickerei-im-bahnfernverkehr-735100/ --- Bayern bringt eine Bundesratsinitiative auf den Weg, um den Fernverkehr auf der Schiene auch abseits großer Metropolen zu sichern. Anlass ist eine Entscheidung der Bundesnetzagentur, die neuen Anbietern den Zugang zu hochbelasteten Fernverkehrsstrecken erleichtern soll. Landesverkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) warnt vor negativen Folgen für kleinere Städte und den Nahverkehr und fordert weitergehende Anpassungen der Regelungen. ## Bayern reagiert auf Entscheidung der Bundesnetzagentur Bayern hat eine Bundesratsinitiative zur Sicherung des Fernverkehrs auch abseits der Metropolen auf den Weg gebracht. Das teilte Landesverkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) am Donnerstag mit. Hintergrund ist eine Entscheidung der Bundesnetzagentur, die neuen Anbietern den Zugang zum Fernverkehr auf hochbelasteten Strecken erleichtern soll. Die bayerische Initiative soll nach der Sommerpause im Bundesrat vorgestellt werden. Bernreiter verwies auf die aus seiner Sicht unzureichenden Auswirkungen der aktuellen Regulierung. „Mit unserer Bundesratsinitiative geht Bayern voran“, sagte Bernreiter laut Mitteilung. „Wir wollen – idealerweise im Schulterschluss mit vielen anderen Ländern – deutlich machen, dass die aktuellen Entwicklungen und Änderungen zu kurz gedacht sind und deutlich weiter greifende Anpassungen notwendig sind.“ Nach der Entscheidung der Bundesnetzagentur vom 17. Juli muss die DB Infrago künftig Mindestkontingente von 25 bis 40 Prozent für Konkurrenten der DB bei hochbelasteten Strecken vorsehen. ### Sorge um Anbindung von Oberzentren Bernreiter forderte, dass der Fernverkehr nicht nur große Metropolen, sondern auch Oberzentren wie Bamberg oder Ingolstadt anbinden müsse. „Neue Anbieter wollen in erster Linie finanziell lukrative Strecken bedienen und Direktverbindungen anbieten, vor allem zwischen den deutschen Millionenstädten. So eine Rosinenpickerei geht gar nicht“, kritisierte er. ### Forderung nach Schutz des Nahverkehrs und durchgängigen Tickets Der Minister verlangte zudem einen besseren Schutz für den Schienenpersonennahverkehr. Außerdem sprach er sich für durchgängige Tickets zwischen verschiedenen Anbietern sowie zwischen Fern- und Nahverkehr aus. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück