# Bauindustrie warnt vor Vergesellschaftung in Berlin Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-19T13:12:09+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-19T13:12:13+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/bauindustrie-warnt-vor-vergesellschaftung-in-berlin-768166/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und Ökonomen kritisieren scharf die Pläne von Linken, Grünen und SPD zur Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne in Berlin. Sie fürchten negative Folgen für Bautätigkeit und Investorenklima. ## Kritik an kontraproduktiven Effekten "Insgesamt schauen wir fast schon fassungslos auf die Sondierungsergebnisse in Berlin", sagte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, der „Rheinischen Post“. Zwar suggeriere das Sondierungsergebnis einen starken Appell für das Bauen in der Hauptstadt, bei genauerer Betrachtung werde jedoch das Gegenteil erreicht. Eine Verstaatlichung von Wohnungsbeständen sei für die Bautätigkeit kontraproduktiv und schädlich, so Müller. Denn weder entstünden so neue Wohnungen, noch würden bestehende saniert. Die Signalwirkung sei bereits jetzt für den Standort Deutschland verheerend. ### Forderung nach Investitionssicherheit Berlin stehe als Hauptstadt für das gesamte Land, betonte Müller. "Investoren, die international tätig sind, bauen dort, wo sie Rechtssicherheit haben und sich die Projekte auch rechnen". Statt über Verstaatlichung zu debattieren, brauche man einen "Bau-Turbo II", der weit über eine Vereinfachung im Genehmigungs- und Planungsrecht hinausgehe. ### Ökonom sieht Schaden für Wirtschaftsstandort Ähnlich kritisch äußerte sich Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Die Pläne zur Vergesellschaftung würden dem Standort Berlin und dem gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland großen Schaden zufügen, sagte er der „Rheinischen Post“. Voigtländer erklärte, die Unternehmen sollten ohne eine marktgerechte Entschädigung enteignet werden. Der Marktpreis der Wohnungen liege bei rund 25 Milliarden Euro, verfügbar seien aber nur 16 Milliarden Euro. Das sende ein verheerendes Signal an Investoren. Linke, Grüne und SPD planen laut ihrem Sondierungspapier für ein mögliches Regierungsbündnis unter anderem die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne mit mehr als 10.000 Wohnungen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück