# Baugenehmigungen steigen kräftig – doch Baukosten bleiben hoch Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-10-16T11:47:14+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-10-16T11:47:14+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/baugenehmigungen-steigen-kraeftig-doch-baukosten-bleiben-hoch-767313/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Mehr Wohnungen genehmigt, doch Zinsen und Energiepreise belasten Bauherren Die Zahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen in Deutschland ist im August erneut deutlich gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden 20.600 Wohnungen bewilligt – ein Plus von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit setzt sich der Aufwärtstrend aus dem ersten Halbjahr fort, in dem die Genehmigungen um gut 15 Prozent zugelegt hatten, wie tagesschau.de und boerse.de übereinstimmend berichten. In den ersten acht Monaten des Jahres wurden insgesamt 169.400 Wohnungen genehmigt, ein Anstieg von 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark stieg die Zahl der Genehmigungen für Zweifamilienhäuser (plus 21,7 Prozent), gefolgt von Mehrfamilienhäusern (plus 14,5 Prozent) und Einfamilienhäusern (plus 7,8 Prozent). ## 450.000 genehmigte Wohnungen warten auf Eis Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Lage im Wohnungsbau angespannt. Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, betont, dass die aktuellen Zahlen noch immer deutlich unter dem Niveau von 2021 liegen, als im selben Zeitraum über 250.000 Wohnungen genehmigt wurden. Zudem liegen laut Pakleppa rund 450.000 bereits genehmigte Wohnungen auf Eis, weil sich der Bau für viele nicht rechnet, wie tagesschau.de berichtet. Die Bundesregierung will mit einem „Bau-Turbo“ über schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau voranbringen und hat zuletzt die Förderung für energieeffiziente Neubauten aufgestockt. ### Bauklima stürzt auf tiefsten Stand seit Jahren Doch die Stimmung in der Branche hat sich im September eingetrübt. Das Geschäftsklima im Wohnungsbau fiel laut ifo-Institut auf minus 25,1 Punkte, nachdem es im August noch bei minus 22,5 Punkten gelegen hatte. Klaus Wohlrabe, Umfragechef des ifo-Instituts, führt dies auf die Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank zurück, die die Finanzierungskosten für Bauherren erhöhen. Auch höhere Energiepreise, etwa durch den Iran-Krieg, belasten die Bauherren zusätzlich, wie boerse.de und ariva.de übereinstimmend melden. ### Bund plant eigene Wohnungsbaugesellschaft ab 2027 In Deutschland fehlen Schätzungen zufolge mehr als eine Million Wohnungen. Im vergangenen Jahr wurden nur 206.600 Wohnungen fertiggestellt – so wenige wie seit 2012 nicht mehr. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) kündigte an, dass ab 2027 eine bundeseigene Wohnungsbaugesellschaft den Bau von bezahlbarem Wohnraum vorantreiben soll, wie das Abendblatt berichtet. Geplant ist, dass der Bund 51 Prozent der Anteile hält, während 49 Prozent bei externen Investoren liegen sollen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück