# Bauern warnen vor Dürrefolgen und fordern Hilfen Datum: 12.08.2026 16:12 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/bauern-warnen-vor-duerrefolgen-und-fordern-hilfen-742537/ --- Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, sieht die Landwirtschaft durch anhaltende Trockenheit und Hitzewellen stark belastet. Er fürchtet unterdurchschnittliche Ernten und Probleme bei der Futterversorgung. Die Getreideernte liegt Schätzungen zufolge sieben Prozent unter dem Vorjahreswert. ## Erhebliche Ertragsausfälle und Futterknappheit Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, sagte dem „Spiegel“: „Die anhaltende Trockenheit und die wiederkehrenden Hitzewellen belasten die Landwirtschaft erheblich“. „Sie führen nicht nur zu einer unterdurchschnittlichen Getreideernte und wachsenden Problemen bei den Herbstkulturen, sondern gefährden mittlerweile auch die Futterversorgung.“ In vielen Regionen seien die Erträge beim Grünland deutlich eingebrochen und vor allem auch bei Silomais seien erhebliche Ertragsausfälle sichtbar. In besonders betroffenen Regionen wie Baden-Württemberg und Bayern wachse nach den ersten Schnitten kein Gras auf dem Grünland mehr nach. „Für die Tierhalter bedeutet das enorme Herausforderungen – sowohl bei der aktuellen Versorgung ihrer Tiere als auch beim Aufbau ausreichender Winterfuttervorräte“. ### Schlechte Erntebilanz und politische Forderungen Im August wird Rukwied in Berlin die Bilanz für die Ernte 2026 vorstellen. Erste Einschätzungen deuten auf ein schlechtes Ergebnis hin. Samira Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln sagte dem „Spiegel“: „Die diesjährige Erntemenge bei Getreide liegt nach jetziger Schätzung gut sieben Prozent unter dem Vorjahreswert. Noch stärker dürften regional die Ernteschäden aufgrund der Dürre bei Mais oder Kartoffeln ausfallen“. „Die ohnehin hohen Lebensmittelpreise geraten weiter unter Druck.“ Rukwied verlangt vom Landwirtschaftsministerium, EU-Gelder schneller auszuzahlen. 2027 stehen Deutschland mehr Mittel für Agrarprämien zur Verfügung, da eine bisherige Umverlagerung in Umweltprogramme endet. Das CSU-geführte Ministerium will jedoch rund 541 Millionen Euro zunächst zurückhalten – offenbar als Reserve für 2028. Der Bauernverband fordert eine vollständige Auszahlung angesichts der angespannten Lage. Niedrige Erzeugerpreise und hohe Kosten, etwa für Diesel, belasten die Liquidität der Betriebe. „Gerade in dieser dramatischen Zeit darf es zu keinerlei Kürzungen im Agrarbereich kommen“. Neben Subventionen sollen steuerliche Erleichterungen kommen. Herman Färber, Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Landwirtschaft, sagte dem „Spiegel“: „Die Bauern brauchen für die immer heftigeren Schwankungen bei der Ernte flexiblere Rahmenbedingungen“. „So haben sie einen Puffer für die Dürrejahre“. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) solle die Voraussetzungen dafür schaffen. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück