# Baerbock will Frau an UN-Spitze Datum: 28.07.2026 23:24 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/baerbock-will-frau-an-un-spitze-736427/ --- UN-Generalversammlungspräsidentin Annalena Baerbock fordert eine Nachfolgerin für Generalsekretär António Guterres. Bisher hatten nur Männer das Amt inne. Sie verweist auf Rotationsregeln, die Lateinamerika begünstigen. ## Forderung nach erster Generalsekretärin Baerbock betont in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" (Mittwochausgabe): "Es ist Zeit für eine Frau". Als Präsidentin der Generalversammlung leitet sie den Auswahlprozess für den Nachfolger von Guterres, dessen Amtszeit im Dezember endet. Aktuell bewerben sich vier Frauen und zwei Männer. Baerbock argumentiert: "Die Hälfte der Menschheit sind Frauen und Mädchen" und fragt: "Wie möchte eine Institution, die acht Milliarden Menschen vertritt und seit 80 Jahren für Menschenrechte einsteht, erklären können, dass sie auch nach acht Jahrzehnten erneut keine Frau an ihrer Spitze finden kann?". ### Keine eigene Kandidatur, Kritik an US-Politik Eine Bewerbung als Generalsekretärin schließt Baerbock aus: "Nein. Nach den ungeschriebenen Rotationsregeln ist Lateinamerika dran. Es gibt hervorragende Frauen aus dieser Region.". Sie kritisiert, dass aus Deutschland und Europa zu wenig Widerstand gegen Angriffe der Trump-Regierung auf die UN-Charta und die internationale Friedensordnung komme. "Das Völkerrecht war schon immer nur so stark wie diejenigen, die bereit sind, es zu verteidigen. Dieser Tage fällt es einigen leider besonders schwer, in solchen Momenten einfach selbstbewusst und klar zu sagen: Das ist im absoluten Widerspruch zum internationalen Recht und damit auch zu unseren nationalen Sicherheitsinteressen", so Baerbock. "Und all diejenigen, die in den vergangenen Monaten aus dem bequemen Ledersessel – im Zweifel auch aus Berlin – dahergeredet haben: Na ja, vielleicht muss man die Vereinten Nationen einfach noch einmal neu aufbauen. Die scheinen den Kern dieser Organisation gar nicht zu verstehen: Die UN waren nie für die einfachen Zeiten gebaut." Baerbock spricht über ihren Umgang mit Kritik und die in New York gewonnene "ein Stück weit Anonymität und damit auch Freiheit". Auf frauenfeindliche Diffamierungen reagiert sie mit Entschlossenheit: "Gutgelaunte Frauen in Machtpositionen sind für manche Männer weiterhin keine Selbstverständlichkeit, sondern offensichtlich der schlimmste Trigger. Wir sind aber mittlerweile zu viele. Und wir Frauen werden uns nicht dafür entschuldigen oder gar aufhören, selbstbewusst, erfolgreich und zugleich lebensfroh zu sein.". Auf die Rolle von Vorbildern angeregt, sagt sie: "Ohne Angela Merkel als Kanzlerin wäre ich wahrscheinlich niemals erste weibliche Außenministerin geworden.“. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück