# AWO kritisiert Steuerreform als ungerecht für Familien Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-08-22T08:22:05+02:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-08-22T08:22:09+02:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/awo-kritisiert-steuerreform-als-ungerecht-fuer-familien-746171/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) wirft der Bundesregierung vor, mit der geplanten Einkommensteuerreform Familien mit sehr hohen Einkommen stärker zu begünstigen als armutsbetroffene oder normalverdienende Haushalte. AWO-Präsident Michael Groß spricht von einer Umverteilung von unten nach oben. ## Besserstellung für Gutverdiener steigt deutlich "Es ist ungerecht und unvernünftig, dass der Staat Familien mit sehr hohen Einkommen stärker fördert als armutsbetroffene und normalverdienende Familien", sagte AWO-Präsident Michael Groß der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe). Nach Berechnungen des Verbandes wächst die maximale monatliche Besserstellung sehr einkommensstarker Haushalte mit Kindern im Vergleich zu normalverdienenden Familien bis 2028 von 127 auf 151 Euro. Hochgerechnet auf 18 Jahre entspricht das einem Anstieg von über 5.000 Euro auf insgesamt mehr als 32.000 Euro. Groß kritisiert, dass parallel dazu der Kindersofortzuschlag für arme Haushalte in Höhe von 25 Euro gestrichen wird, während das Kindergeld nur um insgesamt 13 Euro steigt. Der AWO-Präsident wirft der Bundesregierung vor, nach dem Prinzip "Wer hat, dem wird gegeben" zu handeln. Bereits eine AWO-Studie aus 2024 hatte gezeigt, dass der Staat einkommensstarke Familien über Freibeträge im Umfang von 3,5 Milliarden Euro besserstellt als Familien mit Kindergeld. Der Verband fordert, die Mittel stattdessen in die Armutsbekämpfung zu investieren. "Wir plädieren dafür, die Milliarden, die hier an Leute gehen, die nicht auf das Geld angewiesen sind, in einen gerechten Sozialstaat zu investieren". Mit dem eigenen Reformkonzept der AWO ließe sich die Kinderarmutsquote um einen Prozentpunkt senken. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück