20.000 Demonstranten in Genf – Polizei löst Kundgebung auf
In Genf ist es am 14. Juni zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Anlass war eine Großdemonstration gegen den G7-Gipfel im nahegelegenen Évian-les-Bains, wie die Tagesschau berichtet. Die Organisatoren des Bündnisses „No G7“ hatten mit bis zu 60.000 Teilnehmern gerechnet, die Polizei ging von etwa 20.000 aus. Die Kundgebung verlief zunächst friedlich, bis eine Gruppe von einigen Hundert vermummten Personen die Stimmung eskalieren ließ. Diese rissen Pflastersteine aus dem Boden, zerstörten Sperrholzverkleidungen von Schaufenstern und setzten ein Auto sowie Müllcontainer in Brand. Auch Scheiben von Geschäften, Bushaltestellen und UN-Gebäuden wurden eingeworfen. Die Polizei setzte Tränengas ein und ordnete schließlich die Auflösung der Demonstration an, wie t-online.de mitteilt. Nach Angaben der Behörden wurden Personalien von gewaltbereiten Demonstranten festgestellt, Verletzte gab es keine. Die Sachschäden hielten sich in Grenzen.
7.000 Sicherheitskräfte gegen Proteste in Genf
Die Schweizer Polizei hatte sich mit rund 7.000 Sicherheitskräften auf die Proteste vorbereitet. Zahlreiche Geschäfte, Banken und Hotels in Genf hatten ihre Schaufenster vorsorglich mit Sperrholzplatten verbarrikadiert. Die Erinnerungen an die schweren Krawalle während des G8-Gipfels 2003 in Évian, bei denen es zu Plünderungen und Millionenschäden gekommen war, hatten die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Damals war die Polizei mit wenigen Dutzend Beamten überfordert gewesen, wie die Tagesschau berichtet.
G7-Gipfel in Genf wegen Protestverbots in Frankreich
Die Demonstration fand in Genf statt, weil Frankreich keine Proteste auf eigenem Boden zulassen wollte. Die Staats- und Regierungschefs der G7-Länder reisten über den Flughafen Genf an, der als nächstgelegener Flughafen zu Évian gilt. Die „No G7“-Koalition, zu der unter anderem pro-palästinensische, anti-kapitalistische und feministische Gruppen gehören, kritisierte den G7-Gipfel als „illegitime und überholte Institution“. In einem Manifest hieß es, die G7 sei ein „privater Club“, der Entscheidungen zugunsten einer privilegierten Minderheit treffe.
Polizei greift erst bei Abweichung vom Protestmarsch ein
Die Zeit berichtet, dass der Protestmarsch zunächst entlang der genehmigten Route verlief und die Polizei sich lange im Hintergrund hielt. Erst als die gewaltbereite Gruppe von der Route abwich, griffen die Sicherheitskräfte ein. Die Organisatoren sprachen von „zehntausenden“ Teilnehmern, während die Polizei die Zahl auf etwa 20.000 bezifferte.
G7-Gipfel startet mit Ukraine und KI auf der Agenda
Der G7-Gipfel selbst beginnt am 15. Juni in Évian-les-Bains. Auf der Agenda stehen unter anderem die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie Themen wie Künstliche Intelligenz und geostrategische Ungleichgewichte. Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wird am Gipfel teilnehmen.
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