# Ataman warnt: Geplante Elterngeldreform benachteiligt Eltern stärker Datum: 14.07.2026 00:24 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/ataman-warnt-geplante-elterngeldreform-benachteiligt-eltern-staerker-732130/ --- Die unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes, Ferda Ataman, warnt vor zusätzlichen Benachteiligungen von Eltern durch die geplante Reform des Elterngeldes. Hintergrund sind Pläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU), die Bezugsdauer und Voraussetzungen für das Elterngeld zu verändern, wodurch sich nach Einschätzung Atamans bestehende Diskriminierungen verstärken könnten. ## Warnung vor mehr Benachteiligung für Eltern Die unabhängige Antidiskriminierungsbeauftragte des Bundes Ferda Ataman befürchtet wegen der Elterngeldpläne von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) weitere Nachteile für Mütter und Väter. „Die Bundesregierung sollte bei der Elterngeldreform darauf achten, dass Mütter und Väter auch vor Diskriminierung geschützt werden“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Ataman verwies laut „Rheinischer Post“ auf eine Befragung, der zufolge viele Eltern am Arbeitsplatz Diskriminierung erlebten, wenn sie Elternzeit beantragten. Väter berichteten demnach noch häufiger von negativen Erfahrungen als Mütter. ### Folgen für Mütter und Väter Ataman warnte, wenn Väter bei der Kinderbetreuung nicht mitzögen, hätten Mütter doppelt das Nachsehen: Neben Nachteilen im Job würden sie nur noch für neun Monate Elterngeld bekommen. Das wäre aus ihrer Sicht ungerecht und könnte sie stärker in finanzielle Abhängigkeit bringen. Ministerin Prien sieht eine Kürzung des Elterngeldes von 14 Monaten auf 12 Monate vor. Um die Leistung für ein volles Jahr zu bekommen, müssen sich Väter künftig mindestens drei Monate statt bisher zwei Monate einbringen. ### Forderung nach Änderungen im AGG Vor diesem Hintergrund forderte Ataman Nachbesserungen im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG). „Um Eltern vor Benachteiligung im Job zu schützen, gibt es ein einfaches Mittel: Im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz muss ‚familiäre Fürsorge` als Schutzgrund verankert werden“, sagte sie der „Rheinischen Post“. Der im Jahr 2022 für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes erstellten Studie „Diskriminierungserfahrungen von fürsorgenden Erwerbstätigen“ zufolge berichten 30 Prozent der Väter und 24 Prozent der Mütter, dass Vorgesetzte auf die Bekanntgabe der Elternzeit abfällig oder negativ reagiert hätten. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück