# Astrazeneca droht mit Stopp neuer Medikamente für Deutschland Datum: 21.04.2026 15:50 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/astrazeneca-droht-mit-stopp-neuer-medikamente-fuer-deutschland-705311/ --- Der britische Pharmakonzern Astra Zeneca warnt vor den Folgen der geplanten Sparmaßnahmen im deutschen Gesundheitssystem. Konzernchef Pascal Soriot kündigte an, ab dem kommenden Jahr keine neuen Arzneimittel aus der Forschung mehr auf den deutschen Markt zu bringen und begründete dies mit den finanziellen Rahmenbedingungen. Der Manager sieht Innovationen, Arbeitsplätze und die Rolle Europas als Pharmastandort in Gefahr. ## Astra Zeneca stellt Markteinführung neuer Arzneien in Deutschland infrage Pascal Soriot, Chef des fünftgrößten Pharmakonzerns der Welt, sagte dem „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe), man könne ab dem kommenden Jahr keine neuen Arzneien aus der Forschung mehr auf den deutschen Markt bringen. „Das ist wirklich keine Drohung. Wir werden dafür attackiert werden, aber wir haben keine andere Wahl“, sagte der Manager zur Entscheidung, den deutschen Markt und den anderer europäischer Länder zu meiden. „Das ist pure Mathematik. Die finanziellen Auswirkungen auf das Geschäft sind einfach zu groß“, sagte er dem „Handelsblatt“. Grund seien die geplanten Sparmaßnahmen im deutschen Gesundheitssystem und der Preisdruck aus den USA. ### Kritik am GKV-Sparpaket der Bundesregierung Soriot kritisierte das von der Bundesregierung geplante Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) scharf. Der Manager warnte im „Handelsblatt“, dass dessen Implementierung in Deutschland den Zugang zu Innovationen einschränken, Arbeitsplätze gefährden und die Abhängigkeit zu China und USA wachsen werde. „Wenn die deutsche Politik den Sparvorschlag umsetzt, wird die USA mit der Entscheidung nicht glücklich sein – das wird auch Konsequenzen für ein mögliches EU-US-Abkommen für Medikamentenpreise haben“, sagte er dem „Handelsblatt“. ### Warnung vor Bedeutungsverlust Europas Europa drohe langfristig an Bedeutung zu verlieren und stärker von Importen abhängig zu werden. „Wenn nichts passiert, wird Europa diese Industrie verlieren – so wie es bereits die Technologiebranche und die Autoindustrie verloren hat“, sagte Soriot dem „Handelsblatt“. Die Bundesregierung habe seiner Ansicht nach mit ihren aktuellen Plänen zum GKV-Sparpaket das Vertrauen der Branche in den hiesigen Standort verspielt. „Zahlreiche Pharmaunternehmen, die in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in Deutschland getätigt haben, sind enttäuscht, weil sie dachten, Deutschland bewege sich in die richtige Richtung“, sagte er dem „Handelsblatt“. In den kommenden Tagen will Soriot gemeinsam mit Thomas Schinecker, Chef des Schweizer Konkurrenten Roche, und weiteren Pharmamanagern erneut Gespräche im Kanzleramt führen, berichtete das „Handelsblatt“. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück