# ASB fordert Immobilien für Pflegefinanzierung Typ: Artikel Veröffentlicht: 2026-11-05T08:02:05+01:00 Zuletzt aktualisiert: 2026-11-05T08:02:09+01:00 Kanonische URL: https://hasepost.de/asb-fordert-immobilien-fuer-pflegefinanzierung-774542/ Kategorie: Deutschland & die Welt --- Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) will Vermögen und Immobilien stärker für die Finanzierung der Pflegeversicherung nutzen. Bundesvorsitzender Knut Fleckenstein kritisiert die steuerfreie Übertragung von Häusern an Kinder und fordert eine Deckelung der Eigenanteile in Pflegeheimen. Zudem sollen Beitragsbemessungsgrenzen erhöht und Corona-Hilfen zurückgezahlt werden. ## Kritik an steuerfreier Immobilienübertragung Knut Fleckenstein, Bundesvorsitzender des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), sieht in der aktuellen Gesetzgebung zur Pflegefinanzierung ein Problem. "Die Pflegeversicherung ist kein Erbenschutzprogramm", betonte er gegenüber der Funke-Mediengruppe. Besonders kritisch bewertet er die Regelung, wonach Immobilien steuerfrei an Kinder übertragen werden können, während das Sozialamt für Pflegekosten aufkommen muss. "Viele Menschen finanzieren doch ihr Haus mit dem Hintergedanken, damit für später vorzusorgen. Dass diese Immobilie dann aber vorher an die Kinder steuerfrei übertragen werden und das Sozialamt einspringen muss, finde ich schwierig", erklärte Fleckenstein. Er plädiert dafür, diese Praxis im Hinblick auf die Pflegekosten anzupassen. ### Einkommensgrenze und Eigenanteile Die derzeitige Regelung, nach der sich Kinder erst ab einem Jahresbruttoeinkommen von mehr als 100.000 Euro an den Pflegekosten ihrer Eltern beteiligen müssen, hält Fleckenstein hingegen für angemessen. "Ich halte es für schwierig, Kinder unabhängig von den Vermögenswerten ihrer Eltern früher zur Kasse zu bitten.", sagte er. Eine frühere Heranziehung unabhängig vom Vermögen der Eltern lehnt er ab. Zudem fordert der ASB-Chef eine Deckelung der Eigenanteile in Pflegeheimen. "Wer sein Leben lang gearbeitet, Kinder großgezogen und etwas für seine Familie und das Land geleistet hat, sollte am Ende nicht im Pflegeheim arm werden", argumentierte Fleckenstein. Ziel sei es, Altersarmut im Pflegefall zu verhindern. ### Finanzierungsvorschläge und Rentenpunkte Um die Pflegeversicherung langfristig finanzierbar zu halten, schlägt Fleckenstein mehrere Maßnahmen vor. Der Staat solle die noch offenen fünf Milliarden Euro aus den Corona-Hilfen zurückzahlen. Zudem müssten die Beitragsbemessungsgrenzen deutlich angehoben werden. Grundsätzlich sollten laut Fleckenstein alle in die Pflegeversicherung einzahlen. Positiv bewertet der ASB-Bundesvorsitzende, dass pflegende Angehörige weiterhin Rentenpunkte für ihre Tätigkeit erhalten können. "Je mehr wir gerade im Bereich der Prävention einschränken, desto teurer wird es am Ende für das gesamte Pflegesystem. Wer weiß, wie teuer stationäre Pflege ist, muss doch alles tun, damit die ambulante Pflege vernünftig funktioniert", sagte er. Prävention und ambulante Pflege seien entscheidend, um die Kosten des Pflegesystems zu begrenzen. --- Quelle: HASEPOST – Die Zeitung für Osnabrück