# Arbeitszeit pro Kopf in Deutschland leicht gesunken Datum: 12.08.2026 09:52 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/arbeitszeit-pro-kopf-in-deutschland-leicht-gesunken-742289/ --- Die Arbeitszeit pro Kopf in Deutschland ist 2025 erstmals seit Jahren gesunken. Nach einem Rekordwert von 28,8 Wochenstunden 2023 lag sie bei 28,4 Stunden. Besonders betroffen sind Männer und jüngere Altersgruppen, während Ältere und Frauen stabiler bleiben. ## Rückgang bei Männern und jüngeren Erwachsenen Zwischen 2005 und dem Beginn der 2020er-Jahre war die Arbeitszeit pro Kopf in Deutschland kontinuierlich gestiegen. 2019 erreichten Männer mit 33,5 Wochenstunden den höchsten Wert seit 1991 – 2025 waren es nur noch 32,6 Stunden. "Wirtschaftliche Schwächephasen gehen typischerweise mit einem Rückgang der Arbeitszeit pro Kopf einher. Das ist auch derzeit zu beobachten", sagte Harun Sulak, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB). Der Rückgang um 0,4 Stunden entspricht rechnerisch rund 460.000 Vollzeitstellen. Besonders stark sank die Arbeitszeit bei Männern sowie bei Personen zwischen 25 und 54 Jahren. Dagegen stieg sie bei den Über-60-Jährigen weiter an, was unter anderem auf die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters zurückzuführen ist. ### Frauen stabil, Fachkräftemangel als Puffer Die Auswirkungen des Rückgangs fallen weniger stark aus als in früheren konjunkturellen Schwächephasen, etwa nach der Wiedervereinigung. Die geleistete Arbeitszeit bei Frauen blieb mit gut 24 Stunden pro Woche weitgehend stabil. "In diesen zum Teil wachsenden Branchen sind Frauen besonders stark vertreten, sodass die wirtschaftliche Schwäche bei ihnen weniger durchschlägt als bei Männern", so Sulak. Große Fachkräftelücken bestehen vor allem in Bildung, Kinderbetreuung sowie im Gesundheitswesen, insbesondere in der Pflege. Diese Branchen wachsen zum Teil, was die wirtschaftliche Schwäche bei Frauen abfedert. Nach Bildungsniveau zeigen sich deutliche Unterschiede: Bei Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss ging die Arbeitszeit pro Kopf am stärksten zurück, vor allem weil weniger Menschen erwerbstätig waren. Bei höher Qualifizierten fiel der Rückgang geringer aus und wurde vor allem durch eine Verringerung der Wochenarbeitszeit bei den Erwerbstätigen getragen. Hier spielt auch eine Rolle, dass Männer zunehmend Elternzeit- und Teilzeitmodelle in Anspruch nehmen. "In den nächsten Jahrzehnten wird die Zahl der Erwerbspersonen durch die Alterung weiter zurückgehen", sagte Sebastian Klüsener, Forschungsdirektor am BiB. „Die Arbeitszeit pro Kopf macht sichtbar, in welchem Umfang wir die vorhandenen Erwerbspotenziale tatsächlich ausschöpfen. Sie wird zukünftig weiter an Bedeutung gewinnen.“ --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück