Der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Bernd Fitzenberger, warnt vor einer zu weitgehenden Flexibilisierung der täglichen Arbeitszeit. Längere Arbeitstage könnten aus seiner Sicht negative Folgen für Gesundheit, Produktivität und Vereinbarkeit von Beruf und Familie haben. Stattdessen plädiert er für andere arbeitsmarktpolitische Anreize.
Warnung vor gesundheitlichen Belastungen
Bernd Fitzenberger
Vereinbarkeit und Schutzregelungen im Fokus
Fitzenberger verweist zudem auf mögliche Probleme bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. „Vereinbarkeitsprobleme können sich verschärfen, wenn Kinderbetreuungseinrichtungen ihre Betreuungszeiten nicht verlängern.“ Darüber hinaus fordert er, bestehende Schutzregelungen beizubehalten. „Eine Begrenzung der täglichen Arbeitszeit stellt auch einen Gesundheitsschutz dar – und Beschäftigte sind häufig in einer schlechteren Verhandlungsposition, wenn die Arbeitszeit flexibel ausgehandelt würde“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“.
Bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten, „die es auch im Bürobereich gibt – etwa in der IT-Sicherheit oder bei Fluglotsen“ – sollten nach Ansicht von Fitzenberger strenge Regelungen zur Begrenzung der täglichen Höchstarbeitszeit weiter gelten.
Alternativen zur Arbeitszeitflexibilisierung
Als sinnvollere Maßnahmen für den Arbeitsmarkt nennt Fitzenberger stärkere Anreize für Erwerbstätigkeit und freiwillige Mehrarbeit. Zudem sollten nach seinen Worten gegenüber der „Frankfurter Rundschau“ „die Beschäftigungsform der Minijobs und Regelungen wie das Ehegattensplitting auf den Prüfstand“.
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