# Anträge auf Kriegsdienstverweigerung übertreffen Niveau von 2011 Datum: 14.07.2026 00:44 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/antraege-auf-kriegsdienstverweigerung-uebertreffen-niveau-von-2011-732140/ --- Die Zahl der Anträge auf Kriegsdienstverweigerung in Deutschland ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen und hat bereits das Niveau des Jahres 2011, als die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, überschritten. Nach Angaben des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) wurden bis Ende Juni mehr Anträge gestellt als im gesamten Vorjahr. ## Mehr Anträge als im Jahr der Aussetzung der Wehrpflicht Nach Auskunft einer Sprecherin des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ sind bis zum 30. Juni 2026 insgesamt 5.862 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung beim BAFzA eingegangen. Das sind deutlich mehr als im gesamten Jahr 2025, als die Zahl 3.867 betrug. Bereits bis zum Ende des ersten Quartals lagen 2.656 Anträge vor. Damit übersteigt die Zahl der Anträge im ersten Halbjahr 2026 bereits das Niveau des Jahres 2011, in dem 4.348 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung eingingen. 2011 war zugleich das Jahr, in dem die Wehrpflicht in Deutschland ausgesetzt wurde. ### Neues Wehrdienstgesetz und angespannte Sicherheitslage Hintergrund für die Entwicklung sind die angespannte Sicherheitslage und das Gesetz über den neuen Wehrdienst, das zum 1. Januar in Kraft trat. Seitdem werden alle 18-jährigen Männer verpflichtend gemustert. Ziel ist es, Freiwillige für den Ausbau der Truppe zu gewinnen. Die Truppe soll von zuletzt 186.000 aktiven Soldaten bis 2035 auf 260.000 wachsen. Gelingt der Ausbau auf Basis der Freiwilligkeit nicht, behält sich insbesondere die Union die Einführung einer „Bedarfswehrpflicht“ vor. ### Recht auf Verweigerung bleibt bestehen Die Wehrpflicht war 2011 ausgesetzt worden, ist aber weiterhin im Grundgesetz verankert. Unabhängig von der Aussetzung der Wehrpflicht bleibt laut Bundesamt das Recht bestehen, den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen gemäß Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes zu verweigern. Über den Antrag auf Kriegsdienstverweigerung kann laut BAFzA entschieden werden, wenn bestimmte Unterlagen vorliegen. Benötigt werden ein kurzes Anschreiben mit Unterschrift, ein vollständiger tabellarischer Lebenslauf sowie eine ausführlich und persönlich verfasste Begründung. --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück