# Antisemitismusbeauftragter Klein zieht gemischte Bilanz und warnt Datum: 17.06.2026 11:29 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/antisemitismusbeauftragter-klein-zieht-gemischte-bilanz-und-warnt-723392/ --- Nach acht Jahren als Antisemitismusbeauftragter der Bundesregierung zieht Felix Klein ein gemischtes Fazit seiner Amtszeit. Er verweist auf den erfolgreichen Aufbau neuer Strukturen zur Bekämpfung von Judenfeindlichkeit, sieht aber weiterhin große Defizite insbesondere bei der Prävention und beim Umgang mit den Ursachen antisemitischer Einstellungen. ## „Strukturen aufgebaut“ – Lob für Rias und neue Ämter Der scheidende Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, betonte nach acht Jahren im Amt die Fortschritte im Kampf gegen Judenfeindlichkeit. „Positiv sehe ich, dass es uns wirklich gelungen ist, in den letzten acht Jahren Strukturen aufzubauen, die uns als Gesellschaft aber auch Politik und Verwaltungen in die Lage versetzen, systemisch auf Antisemitismus zu reagieren“, sagte er am Mittwoch der dts Nachrichtenagentur. Als Beispiele nannte er den Aufbau des Bundesverbands Rias sowie die Einrichtung von Antisemitismusbeauftragten bundesweit bei den Generalstaatsanwaltschaften. Auch gesetzgeberische Schritte bewertet Klein als Erfolg. So sei die Einführung neuer gesetzlicher Maßnahmen insgesamt sehr positiv zu sehen. Besonders hob er das Verbot der Flaggenverbrennung ausländischer Staaten hervor, das sich aus seiner Sicht bewährt habe. ### Wirkung von Strafrecht und Defizite in der Prävention Klein verwies in diesem Zusammenhang auf die Demonstrationen seit dem 7. Oktober. „Denn bei dem ganzen Demonstrationsgeschehen seit dem 7. Oktober haben wir viel Hass und Hetze und auch wirklich die Verbreitung höchst problematischer Parolen gesehen, aber keine Israel-Fahne haben wir brennen sehen in Deutschland“, so Klein gegenüber der dts Nachrichtenagentur. Das zeige, dass die generalpräventive Wirkung von Strafrecht greife. Gleichzeitig machte der Regierungsbeauftragte deutlich, dass sein Nachfolger an mehreren Stellen nachsteuern müsse. In der Präventionsarbeit müssten weitere Strukturen geschaffen werden. Man müsse es zum verpflichtenden Bestandteil der Lehramtsausbildung in Deutschland machen, Module zum Thema Umgang mit Rassismus und Antisemitismus einzuführen. Darüber hinaus sei es notwendig, den deutsch-israelischen Jugendaustausch noch zu verbessern und insbesondere den Israel-bezogenen Antisemitismus besser zu bekämpfen. ### Ursachen des Antisemitismus und offene Aufgaben Klein äußerte sich selbstkritisch zu den Grenzen der bisherigen Arbeit. „Und kritisch muss ich halt schon auch sagen, dass wir die Quellen dessen, was wir bekämpfen wollen, eben nicht in den Griff bekommen“, sagte er der dts Nachrichtenagentur. „Also das heißt: Die Geschehnisse im Nahen Osten, der Krieg in Gaza, das hat direkte Auswirkungen auf Antisemitismus in Deutschland, und diesen Mechanismus zu durchbrechen, das ist eine Aufgabe, die wir noch nicht geschafft haben als Gesellschaft.“ Zudem müsse man an der Anfälligkeit der Gesellschaft für antisemitische Narrative in Zeiten der Unsicherheit und der Krise arbeiten. Klein ist seit 2018 Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus. Im Sommer 2026 wechselt er als Ständiger Vertreter Deutschlands zur OECD. Seine Nachfolge im Amt des Antisemitismusbeauftragten ist noch unklar. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück